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Erste Wahl für warme Kleidung ist Wolle: pflegeleicht und warm. Das Naturmaterial wird seit Jahrtausenden für Bekleidung verwendet. BILDUNG

Warm durch den Winter

Wenn die Temperaturen in den Keller gehen, beginnt das Bibbern und Zähneklappern. Da ist es sinnvoll, sich schön warm einzupacken.


Noch fallen die letzten Blätter, aber die Tage werden deutlich kälter. Es ist daher an der Zeit, die Wintersachen aus dem Schrank zu holen oder sich neue anzuschaffen, damit man warm und mollig durch die dunkle und vor allem kalte Jahreszeit kommt. Ganz wichtig ist es, das richtige Material auszuwählen, wobei natürlich immer auch der persönliche Geschmack eine große Rolle spielt.

Erste Wahl für warme Kleidung ist Wolle. Das Naturmaterial wird seit Jahrtausenden für Bekleidung verwendet. Für Wolle spricht vor allem, dass sie pflegeleicht ist und dass sie so gut wärmt. Das liegt unter anderem an der gekräuselten Struktur der Wollfaser, die viel Luft bindet und so die Wärmeisolation begünstigt. Zudem ist Wolle in der Lage, bis zu 30 Prozent ihres Eigengewichts an Feuchtigkeit zu absorbieren, ohne sich feucht anzufühlen. Wolle – ob für Strümpfe, Schals und Mützen oder für Pullover, Strickjacken und die derzeit so angesagten Ponchos – stammt zumeist vom Schaf. Andere Wollarten, die in der Bekleidungsindustrie zum Einsatz kommen, sind Kamelwolle, Mohair von der Angoraziege, Alpakawolle vom Lama, Kaschmirwolle von der Kaschmirziege oder Angora vom Angorakaninchen. Die Mikronzahl, also die Stärke der Fasern in tausendstel Millimeter, wird als Qualitätskriterium herangezogen. Sie reicht bei feiner Wolle wie beispielsweise Angora von 17 bis 23 Mikron. Grobe Wolle über 28 Mikron kann als kratzig empfunden werden, weil sich grobe Fasern beim Hautkontakt nicht krümmen. Wer sich dagegen wappnen will, sollte ein Shirt unter den Pullover ziehen. Eine Alternative zu Wolle ist Fleece. Die künstlich hergestellte Faser isoliert so wie ein dicker Wollpullover sehr gut gegen Kälte und ist außerdem robust und pflegeleicht.

Ohne eine wärmende Winterjacke oder einen Wintermantel ist es kaum möglich, den Winter ohne Frieren zu überstehen – ob beim Stadtbummel, beim Spaziergang oder beim Weg zur Arbeit. Im Trend sind derzeit vor allem Daunenjacken. Sie sehen toll aus, haben einen hohen Tragekomfort und sind dank der leichten Daunen federleicht. Und wenn es um wärmende Eigenschaften geht, sind Daunen als Füllmaterial unschlagbar. Denn sie spenden extrem viel Wärme, sie sind bauschig und angenehm und lassen sich leicht komprimieren. Ein Fachbegriff, auf den man im Zusammenhang mit Daunenjacken immer wieder stößt, ist CUIN (auch Bauschkraft, Füllkraft oder Fillpower). Das Maß gibt an, welches Volumen eine bestimmte Daunenmasse nach einiger Zeit der Kompression einnimmt. Der Begriff Loft bezeichnet die Dicke der Luftschicht, die sich durch die Füllung bildet, und die wärmenden Eigenschaften des Isoliermaterials. Grundsätzlich gilt: Je höher der Loftwert, desto besser ist die Kälteisolierung. Für eine bestmögliche Isolierung sollte man eine Daunenjacke mit einem hohen CUIN-Wert und einer guten Mischung aus Daunen und Federn wählen, wobei Daunen mehr Luft als Federn binden und auch besser isolieren. Deshalb gilt: Je höher der Daunenanteil einer Jacke, desto besser sind ihre isolierenden Eigenschaften. Die Angabe „90/10” besagt zum Beispiel, dass 90 von 100 Gramm der Jackenfüllung aus Daunen bestehen.

Tipp: Viele Jacken haben große, warme Kapuzen, die sich mit Kordeln bei kalter Witterung zuziehen lassen. Einige Kapuzen haben außerdem einen abnehmbaren Kunst- oder Echtpelzbesatz, der vor Schneetreiben schützt. Schutzleisten am Reißverschluss sperren kalten Wind aus, bieten aber auch Flexibilität: Wenn die Jacke nur mit den Knöpfen geschlossen wird, können Feuchtigkeit und überschüssige Wärme besser abgeleitet werden. Einige Hersteller nähen zusätzlich Handwärmtaschen hinter den regulären Taschen ein und verstärken die Füllung über der Schulterpartie, sodass die Jacke auch dann die Wärme hält und formstabil bleibt, wenn man einen Rucksack trägt oder schwere Gegenstände in den Taschen aufbewahrt.

Wer sich eine Daunenjacke zulegen will, sollte auch auf die Produktionsbedingungen und die Herkunft der Daunen achten und auf Daunen aus Lebendrupf verzichten. Außerdem ist es ratsam, die vernähten Reißverschlüsse genau unter die Lupe zu nehmen: Minderwertige Reißverschlüsse können leicht verhaken und die empfindliche Außenschicht einer Jacke zerstören. Und schließlich das Außenmaterial: Es sollte Wasser abperlen lassen, damit dieses nicht zu den empfindlichen Daunen vordringt.

Sehr viel preiswerter als Daunenjacken sind Kunstfaserjacken. Sie sind einfach zu pflegen und unempfindlich gegen Nässe. Für alle Jacken gilt: Ihr Schnitt darf nicht zu eng und nicht zu weit sein. Ein zu enger Schnitt macht es schwierig, die Jacke über einen leichten Pulli zu ziehen; ein zu weiter Schnitt ist unpraktisch und macht die Jacke windanfällig. Zudem sollten die Nähte gut und akkurat vernäht sein. Wer diese Kriterien beachtet, ist mit seiner Winterjacke perfekt für eisige Temperaturen gewappnet.

Unentbehrlich sind im Winter Handschuhe, Mütze und Schal. Sofern sie aus Wolle bestehen, sollten sie nicht zu grob gestrickt sein. Denn ein Schal mit vielen Löchern sieht zwar gut aus, kann aber nicht gut wärmen. Das Gleiche gilt für Mützen oder Stirnbänder. Zum Warmhalten der Hände schwören viele Menschen auf gefütterte Fäustlinge aus synthetischen Materialien oder aus Leder. Sie lassen keinen Windhauch an die Hand und können auch Nässe trotzen.

Ob Stiefel, Stiefeletten oder Boots: Diese Schuhe werden bis zum nächsten Frühjahr auf deutschen Straßen den Ton angeben. Wer schnell kalte Füße bekommt, sollte in gefütterte Schuhe schlüpfen. Wäre ja auch zu blöd, sich auf dem Weihnachtsmarkt oder beim Spazierengehen die Füße abzufrieren. Allerdings ist Futter ist nicht gleich Futter. Ein bewährtes Mittel gegen kalte Füße ist Futter aus Lammfell, auch wenn man dafür etwas tiefer in die Tasche greifen muss. Eine preiswertere Alternative ist Futter aus Mikrofaser, das zwar schön weich und formbeständig ist, aber dem Lammfell nicht das Wasser reichen kann.

Ein Garant für warme Füße, allerdings nicht jedermanns Geschmack und selten city-tauglich, sind Moonboots. Wer nicht plant, stundenlang durch Schnee und Eis zu wandern, aber dennoch warme Füße haben möchte, sollte lieber auf Schuhe setzen, die mit einer speziellen Membran wie Gore-Tex oder Sympatex ausgestattet sind. Die unter dem Leder eingearbeitete und daher unsichtbare Zwischenschicht sorgt dafür, dass der Schuh robust, atmungsaktiv sowie wind- und wasserdicht ist. Bei der Wahl des Obermaterials für den Schuh ist es ratsam, auf natürliche Materialien zurückzugreifen. Denn Kunstleder oder PVC bieten keine ausreichende Wärmeisolierung. Ideal sind schließlich auch Sohlen aus Gummi mit einer großen Profiltiefe, wie sie derzeit viel im Schuhhandel erhältlich sind. Ledersohlen sind dagegen nichts für den Winter. Sie saugen die Nässe auf, und wer steht schon auf nasse Füße?

Haben Schuhe zwar eine dicke Sohle, sind aber ungefüttert, bieten sich zusätzliche Socken oder aber Einlegesohlen aus Lammfell oder speziellen Thermo-Produkten an. Damit es nicht zu eng wird, sollte man Winterschuhe eine halbe Nummer größer kaufen. Schließlich sollte man davon Abstand nehmen, die Schuhe im Winter zu eng oder zu fest zu schnüren. Denn das behindert die Blutzirkulation und lässt die Füße schnell kalt werden.

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Journalist

Chan Sidki-Lundius

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