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Immer mehr Shampoos, Cremes, Reinigungslotionen und Schminkprodukte werden inzwischen deutlich sichtbar als ”vegan” gekennzeichnet. WELLBEING

Vegane Kosmetik boomt

Vegan ist in. Nicht nur beim Essen gilt der Verzicht auf tierische Inhaltsstoffe als schick. Der Trend ist auch bei der Naturkosmetik zu erkennen. 

Die vegane Kosmetik erfährt in Deutschland einen regelrechten Boom. Die einstige Öko-Nische kommt inzwischen auf etwa ein Zehntel der kompletten Kosmetikerlöse. Und ein Ende des veganen Trends ist noch lange nicht in Sicht. 


Für Nils Müller von der Tierschutzorganisation PETA Deutschland e.V. ist der Grund ganz einfach: „Da aufgrund der zunehmenden Beliebtheit einer veganen Lebensweise auch die Nachfrage nach veganen Kosmetikprodukten steigt, gewinnen auch diese an Popularität. Jedoch sind den Verbrauchern zunehmend auch Aspekte wie etwa ökologische Nachhaltigkeit und tierversuchsfreie Inhaltsstoffe wichtig.“

„Genau wie auch bei Ernährung oder Kleidung achten immer mehr Menschen darauf, dass für Kosmetik aller Art kein Tier leiden musste. Das ist nicht nur ein Trend, sondern ein gesellschaftlicher Wandel“, erklärt Nils Müller. Dieser Lebenswandel sei auch an der immer größer werdenden Auswahl von Kosmetik-Produkten zu erkennen. 

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Alternativen für die bisher gängigen Inhaltstoffe, wie beispielsweise Milch, Honig, Talg oder Keratin und Karmin, die aus Tieren gewonnen werden, findet die Branche in der Natur. „Glücklicherweise gibt es für alle tierischen Produkte aber auch tierfreundliche Alternativen. Heutzutage stehen der Kosmetikbranche viele synthetische und natürliche Inhaltsstoffe, wie etwa Mandelöl, Brennnessel und Rosmarin zur Verfügung, die unbedenklich und ausgesprochen wirksam sind“, so Nils Müller. „Als mindestens gleichwertigen Ersatzinhalt für Karmin wird etwa Rote Bete verwendet. Allgemein wachsen natürliche Rohstoffe wie zum Beispiel Wildrosenöl nach und sind biologisch abbaubar. Sie werden zudem besonders gut von der Haut aufgenommen.“

Immer mehr Shampoos, Cremes, Reinigungslotionen und Schminkprodukte werden inzwischen deutlich sichtbar als ”vegan” gekennzeichnet. Auch in der Werbung werde das Thema stärker herausgestellt. Schließlich ist „vegan“ mittlerweile für viele ein Verkaufsargument. „Mittlerweile wird die komplette Bandbreite von Kosmetikprodukten – von Seifen, Shampoos über Mascara und Make-Up auch vegan angeboten. Für Veganer ist in dieser Hinsicht die im Drogeriemarkt erhältliche B12-Zahnpasta besonders interessant. Vegane Zahnbürsten aus Bambus ersetzen die archaischen Schweineborsten-Modelle“, so Müller. 

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Dennoch sieht der Junior Fachreferent gegen Tierversuche von der PETA ein zentrales Problem: „Leider gibt es keine offizielle Definition von veganer Kosmetik, nicht einmal der Begriff vegan ist geschützt oder durch den Gesetzgeber klar definiert. ‚Vegan‘ ist zudem nicht automatisch gleichzusetzen mit ‚tierversuchsfrei‘. Nach wie vor werden einige Inhaltsstoffe veganer Kosmetikprodukte an Tieren getestet. Als Hilfe können Vegan-Siegel auf den Produkten, wie etwa die Veganblume oder das V-Label, dienen. Kosmetikprodukte, die mit diesen beiden Siegeln gekennzeichnet sind, sind nicht nur vegan sondern auch tierversuchsfrei.“

Fakten

Fakten

Die Drogeriemärkte bieten eine große Bandbreite von veganen Kosmetikprodukten. Hier eine Auswahl: Seifen, Shampoos, Mascara, Make-Up sowie Zahnpasta und Zahnbürsten im Bereich der Mundhygiene. 

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Journalist

Elisabeth Hyra

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