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Eva Brenner, Moderatorin und Innenarchitekten LIVING

Schöne Räume schaffen und dabei auch noch Menschen glücklich machen

Bei „Zuhause im Glück“ rettet Eva Brenner den Traum der eigenen vier Wände, bevor alles zu spät ist. Der riesige Kraftaufwand ist für alle ein großes emotionales Erlebnis.

„Kommunikation, Teamfähigkeit und Vorbereitung sind wichtig.“

Wenn das große, gelbe Banner am Haus hängt, sind Eva Brenner, John Kosmalla und ihr Team schon voll im Gange. Wieder darf sich eine Familie, die durch Probleme mit ihrem Eigenheim in Schieflage geraten ist, über die zupackenden Hände des Teams von „Zuhause im Glück“ freuen. Aus manch katastrophaler Behausung oder Dauerbaustelle schaffen die Profis ein Traumheim – und zwar innerhalb von gerade mal acht Tagen. Jeder, der schon einmal gebaut oder saniert hat, weiß, wie chaotisch, langwierig und teuer solch ein Kraftakt werden kann. Wie schafft die hübsche Ingenieurin dies in so unglaublich kurzer Zeit? „Das ist alles eine Frage der Vorbereitung“, sagt Eva Brenner. „Ist im Vorfeld alles organisiert und abgesprochen, kann man vieles beschleunigen. Kommunikation, Teamfähigkeit und Vorbereitung sind wichtig.“ Nur neun Tage ist das Kamerateam vor Ort, an acht Tagen wird gebaut. Was dabei erreicht wird, ist phänomenal. „Wir machen im Vorfeld Besichtigungen, der Bauleiter sieht sich das Ganze an, wir halten Telefonkonferenzen ab.“ Ein Teil des benötigten Materials wird bestellt und geliefert, bevor es losgeht. Dank jahrelanger Erfahrung trifft der Wahlspruch „Bange machen gilt nicht“ auf alle erstmal noch so unfertigen Behausungen zu, wobei sich der Einsatz natürlich schlecht auf normale Baustellen ummünzen lässt.

Einige der häufigsten Fehler würden sich oft verhindern lassen, sagt die Dipl.-Ing. für Innenarchitektur, die zu ihrem Moderatoren-Job wie die Jungfrau zum Kinde kam. Als die gelernte Bauzeichnerin und studierte Ingenieurin noch im Studium 2003 in Spanien ein Haus umbaute, begann man weltweit, mit Internetfilmen zu experimentieren. Ob es dafür eigentlich einen Markt gab, wusste niemand. Die junge Einsnuller-Absolventin probierte es aus, war erfolgreich und fährt seitdem zweigleisig, denn nach wie vor arbeitet sie in ihrem Büro in Düsseldorf als „ganz normale“ Innenarchitektin. „Und selbst wenn wir drehen, läuft ja nicht ununterbrochen die Kamera. Ist sie aus, arbeite ich auf der Baustelle weiter. Die Moderationen mache ich sozusagen ganz nebenbei“, schmunzelt sie.

Viele scheitern selbst ohne Schicksalsschläge an der Idee, sich ein altes Haus zu kaufen, darin zu leben und zu denken, man könne es „ganz einfach“ nach und nach umbauen. Die Realisierung ist unglaublich schwierig, der finanzielle Aspekt wird gnadenlos unterschätzt. Aber der Wunsch, sich sein eigenes Nest zu schaffen ist bei vielen Menschen tief im Herzen eingegraben. Dabei würde sich die patente Moderatorin selbst auch eher für ein altes Haus mit charmantem Bestand entscheiden als für einen Neubau. „Doch potentiellen Bauherren kann man nicht pauschal zu dem einen oder dem andern raten. Die Entscheidung hängt von so vielen Faktoren ab.“ Ein Neubau, der exakt den eigenen Bedürfnissen angepasst ist, kann genauso zum lebenslangen Traumhaus werden wir ein historischer, mit gekonnter Hand sanierter Bauernhof. Was nie schaden kann, ist vorab befreundete Ingenieure, Architekten oder Handwerker um Rat zu bitten. Aufgrund ihrer Erfahrung können sie die Substanz des Gebäudes realistisch einschätzen und erkennen, was an Zeit, Aufwand und Kosten auf einen zukommen kann.

Eva Brenner hat im normalen Berufsalltag mit den gleichen Problemen zu kämpfen wie jeder andere Bauherr auch. „Mit einem erfahrenen Architekten zusammenzuarbeiten, zahlt sich aus“, erklärt sie. „Denn der hat normalerweise ein paar gute Handwerker am Start, mit denen er im Idealfall schon öfter zusammengearbeitet hat und bei denen er weiß, dass sie schon die eine oder andere Baustelle geschafft haben.“ Wenn sich die Gewerke untereinander kennen und schätzen, ist schon viel gewonnen.

Worauf achtet die beliebte Dipl.-Ing. für Innenarchitektur als erstes, wenn sie eine neue Wohnung betritt? „Zuerst fallen mir die Böden auf. Dann die Treppen. Auch die Höhe der Räume – in zu niedrigen fühle ich mich unwohl.“ Und dann geht es schon weiter mit der Beleuchtung, die extremen Einfluss auf unser Wohlbefinden hat und die der einer der ersten Punkte der Gestaltung ist. Der universal geltende Bauhaus-Leitsatz „Form follows Function“ hat noch nichts von seiner Gültigkeit verloren, im Gegenteil: Eine gradlinige Küche, die ihren Funktionen folgt, ist immer noch grundsätzlich die richtige Küche. „Mein Steckenpferd ist es einfach mit Farbe zu gestalten!“ schwärmt die fröhliche Planerin. „Man hat hier so schnell einen tollen Effekt.“ Doch mindestens genauso oft hat sie etwas Anderes in der Hand und schwingt schweres Geschütz: keine extraleichte Bohrmaschine in Pastell sondern einen gestandener Bohrhammer. Schließlich ist ein Umbau kein Staubwedeln sondern schweißtreibende Arbeit. „Der ist so toll, den benutze ich immer! Selbst für die ganz kleinen Löcher.“ Klopft sich den Staub ab und strahlt. Beinahe noch mehr als die überglücklichen Besitzer, wenn sie ihr Traumhaus zum ersten Mal betreten.

Fakten

Text: Katja Deutsch Fakten Eva Brenner wurde am 2. Januar 1976 in Kirchen geboren. Sie stammt aus einer Steinmetzfamilie und studierte nach einer Lehre als Bauzeichnerin Architektur und Innenarchitektur. Seit 2005 moderiert sie für RTL 2 „Zuhause im Glück – Einzug in ein neues Leben“, das bisher über 200 Familien zum Traumhaus verholfen hat. Weiterhin moderiert sie 2011 & 2012: „Die (T)Raumretterin“ und seit 2016: „kaputt und … zugenäht!“ (ZDF). Eva Brenner liebt ihr selbstgeschmiedetes Bett, kocht gerne für Freunde und wünscht sich irgendwann mal einen Ribbon Chair von Pierre Paulin.

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Journalist

Katja Deutsch

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