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Jedes Risiko lässt sich managen – wenn man das möchte. INVESTMENTS

Risikomanagement: Optimieren statt Minimieren

Risikobereitschaft scheint heutzutage nicht gerade als Tugend der Stunde. Doch tatsächlich sind Risiken nicht einfach gefährlich, sondern wichtig.

Für eine Privatperson klingt ein Leben ohne Risiko vielleicht erstmal wenig spannend. Aber ein Unternehmen ohne Risiko führen zu können, klingt nach finanzieller Sicherheit. Marco Wolfrum, Vorstandsmitglied bei der Risk Management Association sieht das allerdings anders: „Unternehmertum ohne das bewusste Eingehen von Risiken ist nicht wünschenswert und möglich. Risiken nicht nur als Gefahrenpotenziale aufzufassen, sondern allgemein als mögliche Abweichungen von den Planungen und Zielen des Unternehmens“. Risikomanagement umfasse also auch Chancen.“

Das Risiko scheint also gar nichts so Unbeliebtes in Unternehmen zu sein. Es muss eben nur gemanagt werden können. So gut wie jedes Unternehmen betreibt Risikomanagement, um möglichst rechtzeitig auf Risiken eingehen zu können. Doch das ist nicht alles. „Das Risikomanagement dient heutzutage nicht mehr ausschließlich als Frühwarnsystem, um bestimmte Risiken zu identifizieren, sondern auch als Instrument zur Ausrichtung von Markt- und Produktstrategien.“, sagt Eric Romba. Er ist Geschäftsführer des Bundesverbandes Sachwerte und Investmentvermögen e.V. (bsi). Wolfrum bringt es auf den Punkt: „Ziel eines Risikomanagements ist es auch niemals die Risiken zu minimieren, sondern vielmehr zu optimieren und zu steuern.“

Es gilt, sich auch auf die positiven Seiten des Begriffes „Risiko“ zu konzentrieren. Denn niemand geht ein Risiko ein, ohne sich davon nicht auch einen Ertrag zu versprechen. Risiko ohne Ertrag ist wenig sinnvoll. Dennoch ist der „Verlust“, im Risiko natürlich genau so als Möglichkeit angesiedelt. Doch was muss im Risikomanagement getan werden, um den potenziellen Verlust so kalkulierbar und niedrig zu halten, wie möglich? Mittel gibt es dafür. Von der Risikoanalyse bis zum Controlling, bietet das Risikomanagement verschiedene Formen der Plan- und Steuerwerkzeuge.

Doch trotz der technischen Möglichkeiten schaden gerade bei Investitionen auch Marktkenntnisse nicht, um Gefahren vorzubeugen. Romba weiß, was bei Investitionen die größten Gefahren sind: „‘Billiges Geld‘ kann dazu führen, dass die Preise steigen und zu hohe Preise am Ende gezahlt werden. Entscheidend ist das Ziel der Anlage. Geht es allein um Kapitalerhalt oder ist das Ziel, eine größere Verzinsung zu erzielen, als zum Beispiel mit Spareinlagen. Danach bemisst sich, bis zu welchem Preis man investieren sollte“. Trotz aller Marktkenntnisse gibt es natürlich dennoch selten eine eindeutige Formel dafür, welche Kapitalanlagen sich bewähren können. Doch es gibt zumindest Trends, die für ein gutes Risikomanagement beobachtet werden müssen. Romba dazu: „Ob sich eine Kapitalanlage bewährt, zeigt sich erst im Zeitpunkt der Auflösung. Da die Verzinsung auf Spareinlagen derzeit sehr niedrig ist, orientieren sich viele Anleger in Richtung Sachwerte. Immobilien sind dort besonders gefragt, aber auch Flugzeuge und Anlagen zur Gewinnung erneuerbarer Energie. Letztere gerade auch bei den professionellen Investoren, die über die Immobilienanlage Assets zur Diversifikation suchen.“

Es gibt die unterschiedlichsten Wege, Mittel und Zielsetzungen. Doch die wichtigste Erkenntnis ist, dass sich jedes Risiko managen lässt, wenn man es auch managen will.

Fakten
Der bsi ist die Interessenvertretung der Sachwertinvestmentbranche. Hierzu gehören u.a. Real-Asset-Manager, Verwahrstellen, Wirtschaftspru?fer, Rechtsanwälte und Steuerberater. Die Risk Management Association e. V. ist die unabhängige Interessenvertretung fu?r das Thema Risikomanagement im deutschsprachigen Raum.

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Journalist

Tim Prahle

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