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Dr. Thomas Ledermann, Geschäftsführer der Börse Hamburg INVESTMENTS

"Risiko – eine Frage der Dosis" – Dr. Thomas Ledermann

Wir kommen nicht ohne Wagnisse aus, wenn wir Erfolge erzielen wollen.

Sicher ist, dass nichts sicher ist.“ Was immer wir tun oder unterlassen, es ist mit Unsicherheit, also Risiko, verbunden. Bewusst oder unbewusst gehen wir ständig Risiken ein. Die Ungewissheit über das Ausmaß möglicher negativer Folgen ist es wohl, warum „Risiko“ überwiegend als bedrohlich empfunden wird. Häufig übersehen wir, dass das Eingehen von Risiken erst die Voraussetzung für die Entstehung von Chancen bildet. So mag der Einsatz neuer Medikamente eine Unsicherheit bergen, eröffnet aber gleichzeitig neue Möglichkeiten der Patientenheilung. Wir kommen im Grunde nicht ohne Wagnisse aus, wollen wir nicht auf Erfolge verzichten.


Auch die Wirtschaft und die Kapitalmärkte sind täglich mit den unterschiedlichsten Risiken konfrontiert. Immer ist der angemessene Umgang mit Unsicherheiten der Schlüssel zum Erfolg. Sie müssen systematisch erfasst, Eintrittswahrscheinlichkeiten bestimmt und geeignete Prozesse etabliert werden, um auf die jeweiligen Entwicklungen sinnvoll reagieren zu können. Nicht die umfassende Risikovermeidung muss das vorrangige Ziel sein, sondern ein erfolgreiches Risikomanagement.


Risiken entstehen auch dort, wo man sie nicht sofort wahrnimmt. Etwa im Finanzbereich eines Unternehmens, wo sie gravierende Auswirkungen auf dessen Fortbestand haben können. Nur wer die Wechselwirkungen einzelner Geschäfte und deren Risiken einzuschätzen vermag, kann Chancen kontrolliert wahrnehmen. Aufgrund ihrer weitreichenden Handelsbeziehungen ist insbesondere auch die hamburgische Kaufmannschaft mit dem Umgang von Risiken seit Jahrhunderten vertraut. Ob Reedereien, Handels- oder Finanzunternehmen – der Wirtschaftsplatz Hamburg kann auf dem Gebiet des Risikomanagements auf ein umfangreiches Wissen zurückgreifen.

Im Gegensatz zu Unternehmen nutzen (Privat-)Anleger eher selten ausgefeilte Instrumente zur Risikosteuerung. Oftmals verzichten sie auf renditeträchtige Geldanlagen, etwa in Aktien, allein deshalb, weil sie die damit verbundenen (unternehmerischen) Unsicherheiten scheuen. Abgesehen davon, dass auch sicher scheinende Geldanlagen wie z. B. Staatsanleihen nicht komplett risikolos sind, kommt es auch bei der Geldanlage auf den verantwortungsvollen Umgang mit Risiko an. An der Börse spricht man gern davon, „nicht alle Eier in einen Korb zu legen“. Jeder Anleger kann, nein, muss sein Risiko bei der Geldanlage begrenzen, möchte er nicht der unfundierten Spekulation oder gar der Wette frönen. Die Streuung in verschiedene Anlageformen – z. B. in Aktien, Anleihen oder Fonds – zwecks Absicherung oder die Nutzung „intelligenter“ Ordertypen sind einige Möglichkeiten, dies wirksam zu tun.

Anlegern, die sich unverbindlich über die Möglichkeiten der Geldanlage und der Risikoabsicherung informieren möchten, sei bereits jetzt der 20. Hamburger Börsentag am 31.10.2015 in den Räumen der Handelskammer Hamburg empfohlen.

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