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Bis zu 40 Prozent an Wärme können durch alte und marode Fenster einfach so verschwinden. Wer sich nicht sicher ist ob er seine Fenster und Türen tauschen sollte, kann sich an einen Energieberater wenden. LIVING

Neue Fenster und Türen – Sparsam und sicher

Der komplette Austausch von Fenstern und Türen ist ein großer Schritt, bietet aber unter Umständen viele Vorteile. Durch die bessere Wärmedämmung können Heizkosten gespart werden und der Einbruchschutz wird auch verbessert.

„Die Energiewende wird nur funktionieren, wenn wir es schaffen, diese Gebäude energieeffizient zu sanieren“   

Wer schon mal sein Haus oder seine Wohnung mit einer Wärmebildkamera betrachtet hat, wird vermutlich erschrocken sein. Fenster und Türen waren da in rot und orange zu sehen. Bis zu 40 Prozent an Wärme können durch alte und marode Fenster einfach so verschwinden. Früher wurden fast überall Fenster aus Holz eingebaut. Im Laufe der Jahre, wenn die Fenster nicht gepflegt wurden, verwitterte das Holz, wurden die Fenster zugig. Es bildeten sich Wärmebrücken und es wurde kräftig für die Umgebung geheizt. 

Nach der Energieeinsparverordnung (EnEv) aus dem Jahr 2014 sind bei Neubauten und Renovierungen genaue Pläne zur Wärmedämmung zu erstellen. Wer sich nicht sicher ist ob er seine Fenster und Türen tauschen sollte, kann sich an einen Energieberater wenden. Die Bundesagentur für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) vermittelt solche Berater. Viele Informationen findet man dazu auf der Seite www.bafa.de

Der zweite und wichtige Grund um über eine Renovierung bei Fenster und Türen nachzudenken, ist der schlechte Einbruchsschutz von alten Fenstern. Versuche der Polizei haben gezeigt, mit einem einfachen Schraubendreher hebelt ein Einbrecher in Sekunden so ein altes Fenster auf. Moderne Fenster, hier sollte man auf die Klassifizierung achten, sind nicht so leicht aufzubrechen. Das Fenster sollte mindestens die Norm RC -2 erfüllen. Diese Fenster haben einen Pilzkopfzapfen, eine einbruchhemmende Verglasung und sind oft mit abschließbaren Griffen ausgestattet. Die Norm RC -3 bietet einen noch höheren Schutz, falls das Glas eingeschlagen werden sollte. Durch die Pilzkopfzapfen werden die Fenster zwar außen beschädigt, sind aber nicht zu öffnen. Jede Polizeistation in Deutschland bietet dazu umfangreiches Informationsmaterial an, hat eine Liste von zertifizierten Handwerkern und Händlern die genau nach der Norm arbeiten und einbauen.

Heute werden im Neubau fast nur noch Fenster aus Kunststoff verbaut, oft mit einer Dreifach-Verglasung versehen. Doch es gibt auch noch Rahmen aus Holz, aus Aluminium oder in einer Kombination. Am teuersten sind Fenster aus Holz. Der Handel bietet eine große Auswahl an unterschiedlichen Modellen und Farben. Auf einen wichtigen Faktor sollte man aber, neben dem Einbruchsschutz, in jedem Fall achten: Der sogenannte U-Wert. Dieser Wert bezeichnet den Wärmedurchgangskoefizienten. Je geringer dieser Wert ist umso besser sind die Fenster gedämmt. Ein U-Wert unter 1.0 bezeichnet ein Engergiesparfenster, für ein Passivhaus ist ein U-Wert von 0,74 vorgesehen.  Die Kreditanstalt für Wiederaufbau, kurz KfW, fördert den Einbau und die Renovierung von energiesparenden Fenstern und Türen. Da gibt es Förderprogramme für den Neubau, die Sanierung und sogar Förderprogramme um sein Haus einbruchssicher zu machen. Alle Programme zur Förderung findet man hier: www.kfw.de

Kleiner Tipp zum Schluss – Vergessen Sie bei einer Sanierung der Fenster nicht die Laibung. Hier sollte ausreichend Platz für eine zusätzliche spätere Dämmung sein. Sonst nützt das beste Glas nichts, wenn die Wärmebrücken die warme Luft gleich wieder nach draußen befördern. Experten raten nicht nur die Fenster im Blick zu haben. Schlecht gedämmte Außenwände sorgen für eine höhere Luftfeuchtigkeit drinnen. Das begünstigt die Bildung von Schimmel.

Fakten

Fakten

Seit dem Jahr 2014 gelten für Neubauten und Renovierungen strenge Richtlinien und Regulierungen. Mit der Energieeinsparverordnung (EnEv) will die Bundesregierung die Emissionen von CO2 eindämmen. 40 Prozent des Energieverbrauchs und rund ein Drittel der Emissionen von CO2 entfallen in Deutschland auf die Gebäude.

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Journalist

Jörg Wernien

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