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Leasing – Maschinen, IT-Ausrüstung und Immobilien gehören mittlerweile auch zu begehrten Leasingobjekten. INVESTMENTS

Leasing – eine wichtige Unternehmensfinanzierungsform

Leasing ist bei deutschen Märkten stark angesagt.

Längst geht es bei Leasing nicht mehr ausschließlich um Fahrzeuge.

Insgesamt realisierte die deutsche Leasing-Wirtschaft im vergangenen Jahr Investitionen in Höhe von 50,2 Milliarden Euro, die in Immobilien, Maschinen, Fahrzeuge, IT-Equipment und andere Wirtschaftsgüter flossen. Damit konnten die Leasing-Gesellschaften ihr Neugeschäft um 6,1 Prozent steigern. Hinzu kommen Investitionen in Höhe von 5,5 Mrd. Euro, die über Mietkauf realisiert wurden.

Vor allem im Fahrzeugbereich ist Leasing nicht mehr aus dem Unternehmensalltag fortzudenken. Einer Umfrage nach gaben 26 Prozent aller befragten Unternehmen an, 2014 auf Leasing mit Kilometervertrag gesetzt zu haben, in diesem Jahr waren es schon 29 Prozent. Zusammen mit dem Restwertvertrag nutzen inzwischen rund 51 Prozent der deutschen Unternehmen diese Finanzierungsform. Dem gegenüber steht der klassische Autokauf, der im Vergleich zum Vorjahr um zwei Prozentpunkte auf 40 Prozent gesunken ist.

Der Erfolg im Fahrzeugleasing liegt möglicherweise auch an den vielen Zusatzleistungen, die inzwischen auf dem Markt angeboten werden. So erhalten die Kunden für die monatliche Rate Zusatzleistungen wie z. B. Wartung, Reparatur oder Versicherungen. Einige Unternehmen offerieren unter anderem Technikservices, die sich an gewerbliche und private Leasingnehmer richten. Doch längst geht es bei den Add-ons, die die Leasingunternehmen entwickelt haben, nicht ausschließlich um das Fahrzeugleasing.

Die ergänzenden Dienstleistungen werden auch für IT-Ausrüstung oder Maschinen angeboten. Sie sollen die Leasingnehmer bei ihrem Kerngeschäft entlasten und für exakte Kostenkalkulationen sorgen. Vor allem beim Maschinenleasing werden nicht nur Einzelmaschinen finanziert, sondern immer mehr auch ganze Produktionslinien. Experten stellen derzeit fest, dass insbesondere Zulieferbetriebe nach Maschinenfinanzierung in Kombination mit dem Werkzeug nachfragen, da der Trend im Industriebereich in Richtung Verzahnung mit den OEM´s geht.

Für Unternehmen, die an weiteren bankenunabhängigen Finanzierungen interessiert sind, öffnet sich mit dem „sale-and-lease-back“-Verfahren eine Alternative. Sie wird häufig sowohl im Maschinen- als auch im Immobilienbereich eingesetzt.

Viele Bilanz-Experten raten dazu, Liquidität im Wege der Innenfinanzierung, also aus dem Unternehmen heraus, zu generieren. Ziel ist eine Ergebnisverbesserung durch Stabilisierung der Eigenkapitalquoten und das Heben stiller Reserven. Durch Leasingverpflichtungen erfolgt keine Bilanzverlängerung.

Dr. Peter Diedrich, Prinzipal der DSC Legal Rechtsanwaltsgesellschaft mbH in Berlin: „Der eigentliche Vorteil in diesem Verfahren liegt darin, dass Unternehmen Kapital freisetzen und ihre Liquidität kurzfristig erhöhen können. Außerdem können sie die veräußerten Gebäude oder Maschinen weiter nutzen.

Grundsätzlich sollte man jedoch auf die Höhe der zu verhandelnden Leasingrate achten, die sich durchaus negativ auswirken können. Wir empfehlen unseren Mandanten im Immobilienbereich zudem, immer eine Rückkaufoption zum steuerlichen Restbuchwert Ende der Laufzeit des Leasingvertrages mit aufzunehmen.“

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Journalist

Frank Tetzel

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