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Die beste Zeit meines Lebens – Birgit Schrowange

Birgit Schrowange ist frisch verliebt und so gelassen wie nie zuvor. Die Moderatorin über Jugendwahn, Vorteile des Älterwerdens und große Reisepläne. 

Wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte, würde ich nichts anders machen.

Sie sind seit Sommer letzten Jahres glücklich verliebt: Hält Liebe jung?

Auf jeden Fall! 

Mit ihrem neuen Look haben Sie in der Wahrnehmung vieler ein Statement gegen den „Jugendwahn“ gesetzt. Hat das privat oder im Business etwas verändert?

Dass ich damit ein Statement setzen würde, war mir gar nicht bewusst, aber eigentlich auch egal. Ich hatte einfach keine Lust mehr auf Färben! Ich habe schon früh graue Haare bekommen, für mich war das überhaupt kein Thema. Im Gegenteil, ich fand graue Haare toll. Es gibt viele Frauen, die damit mega sexy aussehen. Ich war auch schon mit grauen Strähnen auf Sendung, als Moderatorin beim ZDF und bei RTL aber meine Chefs wollten dann, dass ich das Grau überfärbe. Wegen der jungen Zielgruppe. Dabei wusste ich, dass mir das steht. Und nun konnte ich endlich meinen Willen umsetzen und meine Chefs sind begeistert. Wie der Großteil des Feedbacks, was ich bekommen oder gelesen habe. Wäre mir aber anders auch egal gewesen. Ich muss nicht jedem gefallen, Hauptsache ich gefalle mir selber. Man kann das Alter nicht aufhalten. Den ganzen Jugendwahn finde ich schrecklich!

Zu seinen grauen Haaren stehen zu können, ist also ein Vorteil des Älterwerdens – gibt es noch weitere?

Auf jeden Fall. Ich persönlich bin mit der Zeit viel gelassener und auch selbstbewusster geworden. Ich bin zur Ruhe gekommen und bei mir angekommen. In der Rush-Hour des Lebens zwischen 30 und 50 bin ich manchmal doch sehr durchs Leben gehetzt. Karriere, Kind, und all die Anforderungen, die das mit sich bringt. Jetzt muss ich nicht mehr so viel arbeiten, da ich mit Geld immer gut umgegangen bin. Ich gönne mir den Luxus einer entspannten 4-Tage Woche. Mein Sohn wird bald 18. Und mit Ende 50 habe ich mich sogar noch mal richtig verliebt. Ich habe gerade die beste Zeit meines Lebens.

Und was war das jeweils Beste der vergangenen Lebensdekaden ab 30?

Meine 30er Jahre waren ein erfolgreicher Karrieretrip. Ich ging vom ZDF zu RTL, bekam dort insgesamt 3 Sendeformate. Ich habe tolle Leute interviewt, ein aufregendes Leben geführt. Habe diverse Sportarten getestet, sogar Bungee-Jumps habe ich gemacht. Die Jahrzehnte ab 40 stand dann bei mir im Zeichen des Kindes, bin spät Mutter geworden. Mit 42 habe ich meinen Sohn bekommen. In diesem Jahrzehnt habe ich dann vollends zu mir gefunden. Ich nehme mir Zeit für mich, höre auf meinen Körper. Ich bin viel gelassener geworden, zur Ruhe gekommen.

Sie werden bald 60, wie halten Sie sich so fit?

Ich mache zwei mal die Woche Krafttraining und ab und zu auch Pilates. Und ich gehe regelmäßig mit meinem Hund spazieren. Ich bin außerdem viel unterwegs, quasi immer in Bewegung. Ich habe ja drei Wohnsitze: Köln, in der Schweiz bei meinem Partner und noch ein Ferienhaus zur Langzeitmiete auf Mallorca. Außerdem durchbreche ich damit auch gut Routinen, das hält auch fit. Auch im Kopf.

Apropos immer unterwegs: Ihr großer Traum ist ja eine Weltreise. Wo soll es denn überall hingehen?

Da hab ich mir noch keine Gedanken drüber gemacht. Einfach ein Jahr unterwegs sein, dass ist das Wichtigste. Um die ganze Welt reisen.

Sie haben ja bestimmt auch schon viele tolle Orte bereist?

Ja, ich war schon am Amazonas, in Indien, Asien und China. Ich bin viel gereist, beruflich wie privat. In Tansania bin ich auf Safari gegangen. Und auf Mallorca habe ich auch schon viele schöne Sommer verbracht.

Lieber Urlaub im Sommer oder im Winter?

Beides! Im Sommer ans Meer, im Winter in die Berge zum Skifahren. Fahre jetzt wieder Ski in der Schweiz mit meinem Freund, nach längerer Pause. Weiße Pisten, abends ein prasselndes Feuer im Kamin, herrlich.

Gibt es etwas, was Sie im Leben unbedingt noch machen wollen, bestimmte Ziele, die Sie noch erreichen möchten?

Nein. Ich habe mir nie Ziele gesetzt, nie Pläne gemacht. Ich habe alles auf mich zukommen lassen und alle Chancen genutzt. Ich habe super interessante, spannende Dinge gemacht und erlebt. Dafür bin ich sehr dankbar.

Wenn Sie die Zeit zurückdrehen könnten, würden Sie etwas anders machen?

Nein, ich würde nichts anders machen. Vielleicht hätte ich noch die eine oder andere Fremdsprache lernen können, da war ich etwas faul. Aber das kann ich ja immer noch tun!

Fakten

Lieblingsessen: Die Rinderrouladen und der Sauerbraten meiner Mutter.

Sommer oder Winter?: Beides tolle Jahreszeiten. 

Hobbys: Sport, Kino, Lesen, Freunde treffen.

Größte Schwäche: Disziplin beim Essen, insbesondere Süßigkeiten.

Lebensmotto: „Et kütt wie et kütt un hätt noch emmer joot jejange.“

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Journalist

Kirsten Schwieger

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