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„Ich freu’ mich jeden Tag daran“

Waschen, wohnen, leben: ein Gespräch mit den Baddesignern Torsten Müller und Robert Michel über den Wert eines individuell gestalteten Badezimmers.

Unsere Bäder begleiten unsere Kunden in den Tag und bringen sie abends ins Bett.

Man findet sie durchaus noch: in Pastellfarben gekachelte Nasszellen, pragmatisch auf kleinstem Raum untergebracht. Doch in den vergangenen Jahren hat sich die deutsche Badezimmerkultur entscheidend verändert. „Heute“, so bestätigt der renommierte Bad Honnefer Baddesigner Torsten Müller, „wird bei Neubauten erheblich großzügiger und individueller geplant.“ Die Bedeutung eines Badezimmers, in dem der Nutzer sich wohl fühlt, bringt sein Münchner Kollege Robert Michel auf den Punkt: „Wir begleiten unsere Kunden mit den von uns gestalteten Bädern morgens in den Tag und bringen sie abends ins Bett.“


Robert Michel, Baddesigner

Ein perfektes Wohlfühlbad, da ist der Baddesigner aus NRW sich mit dem Kollegen aus Bayern einig, zeichnet sich durch Naturverbundenheit aus. Naturstein, der die glatten Fliesen früherer Jahre als Bodenbelag ablöst, wird ebenso verbaut wie Holz. „Je nach Nutzung und Beanspruchung“, so erläutert Michel, „eignet sich auch dieses natürliche Material gut für Bäder.“ Den Ton in modernen Badetempeln geben aktuell Elfenbein und Champagner, Eisenoxid oder Königsblau an. „Es sollten im Raum nicht mehr als zwei Farben verwendet werden, die jeweils aufgehellt oder abgedunkelt werden können“, erläutert Müller. Die Oberflächen haben inzwischen vielfältige Strukturen: „Rau, zart oder klar, alles ist denkbar.“ Das WC wird häufig gänzlich aus dem „Wohnbad“ verbannt oder durch eine Glaswand abgetrennt. Nicht selten steht auch ein Dampfbad auf dem Wunschzettel der Bauherren.


Deren individuelle Wünsche, aber auch die praktischen Aspekte der Nutzung im Alltag sind bei den Projekten der Baddesigner Dreh- und Angelpunkt der Beratung und Konzeption: „Wir haben die Verantwortung, ein Badezimmer zu gestalten, mit dem der Kunde jeden Tag zufrieden ist“, so Michel. Dabei gehe es nicht nur um bauliche Gegebenheiten und Geschmacksfragen. „Was ist der Kunde bereit zu tun? Wie stark wird das Bad beansprucht?“ Glasflächen etwa müssen nach jeder Dusche getrocknet werden, empfindliche Materialien sind ungeeignet, wenn ein Bad intensiv genutzt wird. Dass es sich lohnt, bei der Planung sorgfältig vorzugehen und die Bedürfnisse des Kunden genau auszuloten, wird beiden Designern immer wieder von Kunden bestätigt. Von der Dame etwa, die Robert Michel nach etlichen Jahren sagte, sie freue sich jeden Tag über ihr Bad und von dem Kunden, dessen hochpolierter Sahara-Noir-Kalkstein auch nach 18 Jahren noch edlen Glanz versprüht – weil er ihm den Pflegeaufwand wert ist.

Zu einem persönlichen Baddesign tragen exklusive Materialien auch im Detail bei: „Das kann etwa Lavendel hinter Glas sein, Bepflanzungen mit Gräsern, Birkenzweige, ein Waschbecken mit Goldglimmer und Federn im Glasboden oder die Carbonbadewanne, die wir für einen Kunden auf dessen Dachterrasse installiert haben“, erzählt Torsten Müller. Für jene, die nicht so groß denken, hat er auch einige Tipps: „Das Lichtdesign spielt auch in kleinen Bädern eine wichtige Rolle. Mit Grund- und Stimmungslicht kann eine Atmosphäre von romantisch bis vitalisierend geschaffen werden, beleuchtete Nischen und Spiegel geben dem Raum Tiefe.“ Und können dafür sorgen, dass jeder Tag mit der Freude am schönen Bad beginnt und endet.

Fakten

Torsten Müller berät seine Kunden seit fast 20 Jahren im eigenen Studio in Bad Honnef und ist gefragter Referent auf Messen und Konferenzen.
www.design-bad.com

Robert Michel entwirft mit seinem 2009 gegründeten Münchner Unternehmen exklusive Bad-Welten.
www.michel-baeder.de

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Journalist

Ulrike Christoforidis

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