Weekly News

Sven Hannawald, Ex-Skispringer, Olympiasieger und TV-Kommentator AKTIVITÄTEN

Ich brauche den Wechsel der Jahreszeiten

Ex-Skispringer und Olympiasieger Sven Hannawald über Ski-Pisten, bestes Einstiegsalter fürs Skifahren, warme Suppen und frische Luft.

Mein Lieblingsschnee ist weiß und frisch, bei minus 5 Grad.   

Schnallen Sie sich noch zum Vergnügen Ski unter, und wenn ja, wo fahren Sie dann?

Ja, bis vor zwei Jahren hatten wir eine tolle Männergruppe, mit der wir im französischen Val Thorens die Pisten unsicher gemacht haben. Ein super Ski-Gebiet mit Top-Pisten. Da haben wir auf den genialen breiten Pisten ein bisschen Gas gegeben, wir waren ja allesamt erfahrene Skifahrer.

Juckt es Sie dann, auch noch mal zu springen?

Nein, nicht wirklich. Das ist auch unrealistisch, denn fürs Springen muss man im Training sein. Wenn man einmal pausiert hat, braucht es schon ein paar Monate, um wieder reinzukommen und sich auf Schanzen einzustellen, die Spaß machen. Ich habe mit dem Springen abgeschlossen und den nötigen Abstand gewonnen.

Und betreiben Sie noch andere Wintersportarten?

Nö. Ich bin der Typ, der sich auf ein, zwei Dinge konzentriert und diese dann richtig gut macht.

Was sind Ihre Pläne für den Winter, verreisen Sie?

Dieses Jahr sieht es aktuell eher schwierig aus. Unser kleiner Glen ist von der Fortbewegung her noch nicht wirklich wintertauglich. Wenn man 60 Tage im Winter beruflich unterwegs ist, ist zudem mehr als ein Kurzurlaub leider eh nicht drin. Nächstes Jahr wollen wir aber mit der Familie auf jeden Fall in den Schnee.

Wann wird Ihr jüngster Sohn auf die Bretter gestellt?

Wenn er motorisch und mental so weit ist. Aber noch ist er ja nicht mal ein Jahr alt. Zwei, drei Jahre wird das sicher noch dauern. Aber ich denke, er wird relativ früh so weit sein.


Foto: Li.Ke

Wenn Sie beruflich als TV-Kommentator für Eurosport im Schnee sind, fahren Sie dann kein Ski?

Wenn ein Kollege mit von der Partie wäre, warum nicht, aber bisher hat sich das noch nicht ergeben. Ist ja aber auch erst der zweite Winter. Allein packe ich jetzt nicht das Auto voll.

Wenn Sie dann die Athleten springen sehen, lässt sie das völlig kalt?

Ich persönlich habe mit dem Leistungssport und meinen Errungenschaften abgeschlossen. Sonst würde ich vielleicht wirklich die Krise kriegen. So aber kann ich als Experte neutral kommentieren. Unsaubere Leistungen korrigiere ich, das ist ja mein Job, aber nicht belehrend. Außerdem hat sich technisch so viel weiterentwickelt. Mein Sprungstil würde heutzutage vielleicht gar nicht mehr funktionieren.

Wie halten Sie sich körperlich fit in der kalten Jahreszeit?

Mit ganz normalem Fitnesstraining. Wir haben uns für zu Hause gerade ein Power Plate gekauft, damit lässt sich schon ein ordentlicher Muskelkater produzieren. Dann noch ein wenig Hantel-Training im Studio – als Ex-Leistungssportler sollte man immer an seiner Grundkondition arbeiten. Und dann spiele ich ja auch noch Fußball.

Wie entspannen Sie am besten?

Ich richte mir im Alltag bewusst viele Pausen ein, z. B. mit Mandalas ausmalen am Arbeitsplatz bei Telefonaten oder im Meeting. Mit meiner Familie gehe ich oft spazieren oder in den Zoo. Mein Sohn liebt Tiere. Wir genießen die Bewegung an der frischen Luft, so bekomme ich den Kopf am besten frei. (Das telefonische Interview fand übrigens auch während eines Spaziergangs im Windschatten von Frau und Kinderwagen statt.)

Haben Sie spezielle Gesundheits-Tipps für die kalte Jahreszeit?

Auf jeden Fall die Wohnung nicht zu sehr aufheizen. Diesen Fehler machen viele und leben im Winter in überheizten Räumen wie in einer Sauna. Aber trockene Luft forciert Erkältungskrankheiten. Ich selber bin eigentlich so gut wie nie erkältet. Aber vielleicht liegt das auch an meinem ostdeutschen Immunsystem.

Haben Sie besondere Ernährungstipps für Wintersportler?

Warme Speisen. Im Prinzip regelt der Körper das über den Appetit meistens ganz von allein, denn im Winter ist einem ja eher nach Suppen als nach Salat oder Eis. Wer richtig sportlich unterwegs ist, begnügt sich mittags besser mit leichterer Kost und verschiebt die Genussmahlzeit auf den Abend.

Sind Sie viel draußen im Winter? Oder wissen Sie auch Zeit am kuscheligen Kamin zu schätzen?

Ich bin im Winter genauso viel draußen wie während der anderen Jahreszeiten. Mit Bewegung und der richtigen Kleidung ist das auch kein Ding. Ich habe auch keine explizite Lieblingsjahreszeit, ich brauche auf jeden Fall den Übergang der einzelnen Jahreszeiten. Ich freue mich auf alle Jahreszeiten und die Übergangszeiten.

Fakten

Lieblingsessen: ein schönes Dry Aged Steak.

Hobbies: sein Mustang.

Lieblingsfilm: war lange Zeit Troja.

Oktoberfestfan: auf jeden Fall!

Lieblings-Winterurlaubsort: Val Thorens.

Lieblingsrolle im Leben: Abenteurer.

Hartnäckigstes Laster: Ehrgeiz und Perfektionismus.

Bester Schnee: bei minus 5 Grad.

Teile diesen Artikel

Journalist

Kirsten Schwieger

Weitere Artikel