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Ich bin ein Sonnenanbeter! – Andreas Gabalier

„Mountain Man“ Andreas Gabalier liebt den Sommer. Am liebsten verbringt er ihn auf dem Land. 

„Das ist so toll an Österreich: Es ist unglaublich vielseitig“

Braungebrannt und muskulös bringt Andreas Gabalier Tausende Fans in ausverkauften Konzerthallen zum Jubeln, Jodeln, Singen und Tanzen. Sein Rezept, alpenländische Volksmusik mit frischem Rock zu würzen, trifft die Massen mitten ins Herz und passt voll und ganz zur Bezeichnung „Volks-Rock’n Roller“, einem Album-Titel.  Der in der Nähe von Graz überraschend im Auto geborene Sänger reitet derzeit ganz oben auf der Erfolgswelle. Besonders freut er sich diesen Sommer auf die großen Stadienkonzerte: München (ausverkauft), Hockenheimring (Restkarten), Waldbühne in Berlin, Trabrennbahn Hamburg (Restkarten). Momentan ist er noch mitten in der „unplugged“-Tour – einem Riesenerfolg. Hat er da überhaupt die Möglichkeit, seine Lieblingsjahreszeit zu genießen? „Letzten Sommer hatte ich drei Wochen frei“, erzählt er. „Ich bin eben gerade sehr beschäftigt und nehme gerne in Kauf, wenig Zeit zu haben. Doch wer rastet, der rostet.“

Diesen Sommer wird er sich ebenfalls drei Wochen gönnen, denn zumindest ein bisschen Sommerfreizeit und Sonne muss bei all dem Stress drin sein. Man sieht dem braungebrannten Sänger auf den ersten Blick an, dass er kein leidenschaftlicher Stubenhocker ist: „Einmal die Woche gehe ich joggen oder setze mich auf mein Mountainbike. Und alle zwei bis drei Wochen versuche ich, einen ganzen Tag auf einem Berg zu sein.“ Nach dem Aufwachen beginnt er seinen Tag übrigens mit 200 Liegestützen, steht ein Konzert an, macht er die nächsten 200, bevor er die Bühne betritt – um so richtig wach zu werden. 

Die Berge in Österreich sind für den 32jährigen das Schönste überhaupt. Im Winter natürlich zum Skifahren, im Sommer zum wandern und biken. Knallblauer Himmel über saftigen Bergwiesen und immerweißen Gipfeln packen jeden, der hier mal seine Ferien verbracht hat. Der Sänger könnte sich Sommer in der Stadt überhaupt nicht vorstellen, ihn zieht es immer aufs Land. „Zwischen den alten Gemäuern unserer Städte ist es doch im Sommer viel zu heiß!“ 

Lieblingsplätze hat der „Mountain Man“ viele in seiner Heimat. „Das ist so toll an Österreich: Es ist unglaublich vielseitig“, schwärmt er. „Ich liebe den wunderschönen Wörthersee ebenso wie das wunderschöne Inntal, wo wir alle Jahre unser legendäres Heim-Open-Air spielen. Fantastisch ist Ramsau am Dachstein, da bin ich immer sehr gerne. Kitzbühel hat seinen ganz eigenen Charme, hier sind etwas mehr Turbulenzen. Das Salzkammergut ist kitschig-schön. Die Tiroler Alpenbäche sind wunderbar, vor allem in Richtung Südtirol. Der Hausberg bei meiner Oma – ein Stück Heimat, das mir viel bedeutet.“ 

Andreas Gabalier ist alles andere als ein Kind von Traurigkeit, obwohl er zwei Schicksalsschläge verkraften musste, die andere Menschen in den Abgrund getrieben hätten. „Meine Musik hat mir dabei geholfen, die beiden Suizide in meiner Familie irgendwie zu verkraften“, sagt er. Eines seiner ersten Lieder „Amoi seg’ma uns wieder“ schrieb er nach diesen schrecklichen Erlebnissen, Tausende singen es auf seinen Konzerten mit, ohne den Hintergrund zu kennen. 

„I sing a Liad für Di“ ist die Hymne frisch Verliebter, „Hulapalu“ der Partykracher schlechthin. Ob beim Après-Ski oder im Bierzelt, beim Schulausflug oder beim Kindergeburtstag, um „Hulapalu“ kommt man derzeit nicht herum. Hat er den Text dazu wirklich nüchtern am Schreibtisch geschrieben? „Das habe ich nicht gesagt“, schmunzelt der braungebrannte Muskelprotz. „Es ist mir so zugeflogen…“. Der Sänger und Komponist war selbst überrascht von dem Erfolg. An seinem letzten Album wurde bemängelt, dass es zwar ganz gut sei, aber eben ohne Hitpotential. Dann schob er „verliebt, verliebt“ hinterher und ein halbes Jahr später „Hulapalu“, als Single. Mit fast 70 Millionen Aufrufen bei youtube ein Mega-Erfolg. 

Dabei versucht der bekannte Schlagerstar, so normal wie möglich zu leben. Sein altes Leben will er keinesfalls vergessen. Natürlich geht er noch zu Sommerfesten in seiner Heimatstadt Graz wie dem „Kupferstadelfest“, natürlich geht er wandern, natürlich ist er gerne draußen, mit Freundin, Freunden und Familie. „Das lasse ich mir nicht nehmen.“ Klar wird man mit Autogrammwünschen überrannt, aber nach einer Weile legt sich das. Und seine Nachbarn freuen sich, wenn er sich „ganz normal“ in Graz bewegt. Denn auf den berühmten und super erfolgreichen Schlagersänger in seiner knackigen Lederhose sind sie alle auch ein bisschen stolz – und freuen sich für ihn. 

Fakten

Andreas Georg Gabalier wurde am 21.November 1984 während einer Autofahrt bei Friesach in Kärnten geboren. Er hat noch zwei Brüder, seine Schwester lebt nicht mehr. Nach der Handelsakademie in Graz begann er am gleichen Ort ein Jurastudium, nebenbei schreib er seine ersten Songs. 2008 hatte er sein erstes Konzert, im Februar 2009 sang er bereits vor 10.000 Menschen, im Mai desselben Jahres brachte er sein erstes Album heraus („Da komm ich her“). 2011 erreichten seine Alben „Herzwerk“, „Volks-Rock’n’Roller“ und „Da komm’ ich her“ Platz 1, 3 und 4 der österreichischen Charts. Er verkaufte mittlerweile über zwei Millionen Tonträger.

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Journalist

Katja Deutsch

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