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Andreas Schubert, Partner und Geschäftsführer von „Great Place to Work“ BILDUNG

Großartiger Arbeitgeber, begeisterte Mitarbeiter

Jedes Unternehmen kann exzellent sein – egal, aus welcher Branche es kommt und wie groß es ist.

Die fünf wichtigsten Elemente im Leben sind Familie, Beruf, Partnerschaft, Freunde und Gesundheit. Seine Familie kann man sich meist nicht aussuchen, bei allen anderen Punkten hat man es in der Hand, sein Glück zu beeinflussen. Beruf und Arbeitsumfeld haben aufgrund der vielen täglich dort verbrachten Stunden einen großen Einfluss auf unser Wohlergehen – warum also jeden Tag dort leiden? Es gibt sie, die exzellenten Arbeitgeber und es lohnt sich, sie zu finden.

Listen und Rankings von Top-Arbeitgebern gibt es unzählige; ihre Seriosität allerdings ist schwierig zu überprüfen. Andreas Schubert, Partner und Geschäftsführer von „Great Place to Work“, sagt, worauf es bei den Beurteilungskriterien eines Unternehmens ankommt: „Nur wenn die Menschen, die in einem Unternehmen arbeiten, befragt werden – in Form einer ausführlichen, anonymen, stichtagsbezogenen, validen Befragung – kann sich ein Arbeitgeber als hervorragend beweisen.“ Trotz vielfältiger Kriterien, die von den Mitarbeitern genannt werden, kristallisieren sich in der überwiegenden Anzahl drei Schwerpunkte eines als exzellent bewerteten Arbeitgebers heraus:

Die erste wichtige Kulturqualität ist Vertrauen – in Organisation, Management und Kollegen. Der zweite Aspekt wird unter dem Begriff „Stolz“ zusammengefasst und betrifft den Sinn der Arbeit und die Frage, wieweit man in das Unternehmen eingebunden wird. Als dritte Qualität nennt Andreas Schubert das Miteinander. Wie geht man miteinander um? Wie unterstützt man sich gegenseitig? Wie erfahren wir Wertschätzung? Diese drei Punkte tragen wesentlich zur Zufriedenheit und Begeisterung im Berufsleben bei.

Ein wichtiger Leitsatz bedeutet für den Arbeitgeber also, den Menschen in den Vordergrund zu stellen und mit den Mitarbeitern in einen aktiven Dialog zu treten. Nicht nur, indem er sich fragt, wie er den Mitarbeiter zu Höchstleistungen anspornt, sondern indem er sich zudem fragt, was der Mitarbeiter braucht, um tolle Arbeit leisten zu können und sich begeistert einzubringen. Angeblich haben 50 Prozent aller Angestellten in Deutschland innerlich bereits gekündigt und machen nur noch Dienst nach Vorschrift. Oft liegt es daran, dass in diesen Unternehmen die oben genannten Prinzipien nicht gelten. Sei es, weil es den Führungskräften an Sensibilität mangelt, weil die Führungsriege keine konsequente Führungskräfteentwicklung gehabt hat oder ganz einfach, weil nicht die richtigen Menschen zur Führungskraft befördert worden sind.

„Great Place to Work“ verwendet viel Aufwand darauf, Befragungen unter Mitarbeitern engagierter Unternehmen differenziert und aussagekräftig durchzuführen. „Wichtig ist es für uns, wirklich nur die besten auszuzeichnen“, sagt Andreas Schubert. Jährlich nehmen über 2.000 Unternehmen an der Befragung teil, über 700 bewerben sich und wollen zu den besten gehören. Davon werden dann die 100 besten ausgezeichnet – mit weit über 80 Prozent Mitarbeitern, die sagen: „Ich liebe meinen Job, denn mein Unternehmen ist einfach großartig!“

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Journalist

Katja Deutsch

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