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Dr. Achim Schmidt, Geschäftsführer des CENA – Centrum für nachhaltige Sportentwicklung am Institut für Natursport und Ökologie, Sporthochschule Köln und Uwe-Matthias Müller, Geschäftsführender Vorstand des Bundesverbandes Initiative 50Plus e.V. WELLBEING

Glücklich und fit im Alter

Früher galt jemand, der in Rente ging, als alt. Heute können viele die arbeitsfreien Jahre genießen, obwohl sich das Renteneintrittsalter um zwei Jahre nach hinten verschoben hat.

„Eine deutlich gestiegene Lebenszeit geht einher mit einer soliden und auskömmlichen finanziellen Basis.“

Viele Menschen arbeiten auch freiwillig länger als sie müssten, denn so bleiben sie „im Geschehen“, pflegen soziale Kontakte und erfahren Bestätigung. Doch ob man nun mit 60, 65 oder 70 Jahren aufhört zu arbeiten – geistige und körperliche Bewegung hält gesund und macht zufrieden. Das haben die meisten Rentner erkannt und leben so aktiv und unternehmungslustig wie noch keine andere Generation vor ihnen.

„Noch nie ging es einer Generation 50Plus so gut, wie den Baby-Boomern“, sagt Uwe-Matthias Müller, Geschäftsführender Vorstand des Bundesverbandes Initiative 50Plus e.V.. „Eine – dank des medizinischen Fortschritts und besserer Prävention – deutlich gestiegene Lebenszeit geht einher mit einer soliden und auskömmlichen finanziellen Basis. So lassen sich Lebensträume realisieren und die Lebenszufriedenheit wächst.“ Die Aussichten für künftige Generationen sind aber leider nicht so rosig: „Zwar wird die Medizin wahrscheinlich weitere Fortschritte machen, aber die materielle Basis wird schmaler werden, hier machen sich dann die negativen Folgen des demografischen Wandels bemerkbar.“

Neben den Volkshochschulen verzeichnen auch die rund 8000 Sportstudios in Deutschland eine deutliche Zunahme älterer Mitglieder. „Wer rastet, der rostet“, sagt Dr. Alessandra Boscheri, Oberärztin für Innere Medizin und Kardiologie vom „Klinikum rechts der Isar“. Nach einem medizinischen Check kann sich jeder selbst aussuchen, was ihm zusagt. „Meist sind Sportarten wie Walken, Bergwandern, Radfahren ideal für die Ausdauer, Gruppen- oder Präventionskurse wie Yoga, Rückengymnastik oder Pilates gut für die Kräftigung und Mobilisation. Für andere Sportarten sollte dies vorher mit dem Arzt besprochen werden. Auf jeden Fall heißt die Empfehlung: 30-45 min Training an 5 Tagen die Woche.“

Äußerst populär sind bei der älteren Generation schicke Pedelecs, vorteilhaft sind sie auch – denn jemand, der ein Pedelec hat, fährt bewiesenermaßen mehr Rad und bewegt sich somit mehr an der frischen Luft. „Beim Kauf muss man darauf achten, dass Sitzposition überragend bequem ist und dass man damit auch ein wenig Gepäck wie die täglichen Einkäufe transportieren kann“, sagt Dr. Achim Schmidt, Geschäftsführer des CENA - Centrum für nachhaltige Sportentwicklung am Institut für Natursport und Ökologie, Sporthochschule Köln. „Die Bremsen sollten sehr gut funktionieren, deshalb bitte auf Scheibenbremsen achten. Und man sollte tatsächlich Marke kaufen.“ Gute Pedelecs gibt es nicht unter 2.000 Euro, zusätzlich sollte man in einen Helm investieren. „Wichtig ist das Bewusstsein, dass man von den anderen Verkehrsteilnehmern viel langsamer wahrgenommen wird als man tatsächlich fährt“, so Dr. Schmidt. Wer nicht viel Fahrrad gefahren ist in seinem Leben, dem empfiehlt der Experte ein Fahrsicherheitstraining mit dem Pedelec: Dann weiß der Verkehrsteilnehmer, wie er sicher bremsen kann und schnell zum Stehen kommt. Das Training wird von einigen Händlern oder auch dem ADFC angeboten.

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Journalist

Katja Deutsch

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