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Es ist nicht alles grün, was glänzt

Grüne Anlagen sind eigentlich der „Everybody’s Darling“ der Finanzbranche.

Auf der einen Seite werden hohe Renditezinsen versprochen, auf der anderen Seite wird nur in nachhaltige, ethisch-korrekte, sprich „grüne Projekte“ investiert. Doch Begriffe wie „nachhaltig“ oder „grün“ sind nicht wirklich geschützt und unterliegen lediglich ganz subjektiven Definitionen. Ab wann sind Projekte grün? Was bedeutet ethisch-korrekt? Gesetzliche Rahmenvereinbarungen gibt es für diese Fragen nicht. Klar sind nur ganz allgemeine Vorstellungen: Umweltfreundlich, nachhaltig, nichts mit Waffen oder Kinderarbeit. Zunächst ist es ja ein durchaus begrüßenswerter Weg, dass bei immer mehr Anlegern das Gewissen bei der Geldanlage-Auswahl eine Rolle spielt. Doch gerade dann ist noch wichtiger, zu hinterfragen, wie Erträge erwirtschaftet werden. Ein klassisches Beispiel ist, dass überall auf der Welt mittlerweile ein Großteil der Lebensmittel für die Produktion von Biogas und Biosprit verwendet wird. Lebensmittelverschwendung gilt aber nicht unbedingt als ethisch-korrekt. Die Alternative, Sekundärrohstoffe zu verarbeiten, nutzen aktuell noch nicht viele Unternehmen. Die Gefahr, bei grünen Geldanlagen nur halb so ethisch-korrekt und nachhaltig zu sein wie gewünscht, ist vielschichtig und daher auch nicht pauschal zu verhindern. Allerdings macht der moralisch hochwertige Anspruch einen regelmäßigen Austausch zwischen Anlageberatern und Anlegern noch wichtiger, als bei „normalen Anlagen“.

Tipp: Am 19. September 2015 findet in Lübeck die Messe „Grünes Geld“ statt. Dort wird es auch um die Problematik gehen, sein Geld „wirklich grün“ anzulegen.

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Journalist

Tim Prahle

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