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Die Golfanlagen der Zukunft

644 943 Menschen waren 2017 in Deutschland in einem Golfclub als Mitglieder registriert, 731 Golfanlagen gibt es. Damit sind die deutschen Golfer führend in Europa. Nur in Großbritannien gibt es noch mehr Golfer und Golfanlagen.


Thomas Hasak, Geschäftsführer der BVGA Wirtschafts-GmbH im Bundesverband Golfanlagen e. V.

Noch sind die Mitgliederzahlen auf Golfanlagen stabil. Die Generation 50+ hat den Sport für sich entdeckt. Doch reicht das Konzept von heute für die Zukunft im Golfsport aus? Müssen nicht ganz andere Anlagen erbaut werden und muss der Golfsport nicht viel moderner werden, um in Zukunft überleben zu können?

„Der Golfmarkt befindet sich ständig im Wandel, denn auch die Wünsche und Begehrlichkeiten der Golferinnen und Golfer ändern sich ebenfalls permanent. Gab es früher überwiegend die ‚lebenslangen‘ Mitgliedschaften, reicht mittlerweile das Kundenangebot von der Mehrjahresmitgliedschaft bis zur Wochentagsmitgliedschaft und von der Jahresmitgliedschaft bis zu speziellen Mitgliedschaften für Kinder und Studenten. So können sich alle Interessenten nach ihren Wünschen und finanziellen Möglichkeiten in der breitgefächerten Angebotspalette wiederfinden“, sagt Thomas Hasak, Geschäftsführer der BVGA Wirtschafts-GmbH im Bundesverband Golfanlagen e. V.

Die Golfspieler haben heute grundsätzlich weniger Zeit für ihren Sport. Gerade deshalb wurden neben den traditionellen 18-Löcher-Golfrunden auch Spiel- und Turnierrunden über 9 Löcher eingeführt. „Da hat der Golfmarkt exzellent reagiert“, so Hasak. „Doch in der Zukunft müssen noch viel mehr Ideen her. Ja, ob Designer-Golfplatz, City-Golfplatz, Driving-Range, Golfresort oder Meisterschaftsplatz, alle ‚Betriebstypen‘ der Golfszene können mit klaren und eindeutigen Botschaften, sprich mit einer klaren Marktpositionierung, ihre gewünschte Zielgruppe erreichen. Neben der Kombination Golf und Sport zukünftig vielleicht verstärkt mit Themen wie ‚Golf und Gesundheit, Spaß und Familie‘.“

Darüber hinaus vertrauen in der Hotellerie 85 Prozent der Kunden der Strahlkraft der Sterne. Der Bundesverband Golfanlagen e. V. verleiht hier für Golfanlagen seit 14 Jahren verlässlich das Gütesiegel der „Golfsterne“, und dies in 6 europäischen Ländern. So weiß der Kunde ganz genau, was ihn an Qualität, Service, Leistung und Preis auf den einzelnen Golfanlagen erwartet.

Die Trends der Zukunft liegen auf der Hand. Immer mehr Golfanlagen werden mit Hotels ausgestattet und es gibt heute einen großen Reisesektor, der sich ausschließlich mit dem Thema Golf beschäftigt. Selbst Kreuzfahrtenanbieter werben mit „7 Golfplätzen in 7 Hafenstädten“. Die Menschen machen mehr Kurzurlaube. „Der Golfer verreist vielleicht viermal im Jahr, dabei ist ihm wichtig, keine Zeit zu verlieren. Deswegen wird die Zahl der Hotels, die direkt auf dem Golfplatz stehen, immer mehr. Auch die erfolgreiche Marketingkooperation ‚Hotels auf dem Golfplatz‘ ist ein eindeutiger Beweis für diesen Trend. Ähnlich wie in den USA, wo diese Entwicklung schon seit vielen Jahren ein großer Erfolg ist“, sagt Thomas Hasak.

Ein Weg, den auch andere weiterdenken: So gibt es in vielen Städten bereits Anlagen, wo Neulinge zum Schnuppern ein paar Schläge machen können. Peter Merck betreibt seit über 10 Jahren die „Golf-Lounge“. Und das mit großem Erfolg. „Mit einer City-Anlage haben wir letztes Jahr 16 000 Eventkunden für Golf begeistert. Pro Jahr gibt es 400 Veranstaltungen mit im Schnitt 40 Personen. Alle bekommen einen Golfschläger in die Hand. Über die Hälfte kommt wieder, um es noch einmal auszuprobieren, davon wieder die Hälfte besucht einen Schnupperkurs. Irgendwann landen dann die Kunden auf einer Golfanlage. Golf Lounge ist der Appetizer“, so der Geschäftsführer der Hamburger „Golf-Lounge“ zu seinem Erfolgskonzept. Ein Appetizer, der den Nachwuchs auch in Zukunft zum Golfsport bringen kann.

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Journalist

Armin Fuhrer

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