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Urlaub zwischen Ostsee und Alpen ist beliebt wie nie

Das Reiseland Deutschland ist auf Erfolgskurs. Die DZT arbeitet daran, dass das auch unter ausländischen Gästen so bleibt. Und die Aussichten sind gut.

Deutschland ist ein attraktives Reiseland. Wir genießen international ein ausgezeichnetes Image.

Wer eine Reise in viele verschiedene Länder machen will, ohne sich ins Flugzeug zu setzen, kommt vom 7. bis 11. März voll auf seine Kosten. Dann öffnet die Internationale Tourismus-Börse – kurz ITB – in Berlin wieder ihre Tore. An nur einem Tag kurz einen Abstecher nach Singapur, einen Trip nach Rio oder eine Reise ins sonnige Griechenland machen – das geht nur hier in den Berliner Messehallen. Aber die ITB ist natürlich auch eine sehr gute Möglichkeit, das ohnehin schon sehr beliebte Reiseland Deutschland noch bekannter zu machen. Bei den Deutschen ist das eigene Land sowieso das Reiseziel Nummer 1. Als Treffpunkt zahlreicher Reiseveranstalter und Journalisten aus vielen anderen Ländern ist die ITB aber auch ein internationales Aushängeschild für hiesige Destinationen – von den Küsten an Ost- und Nordsee bis zu den bayerischen Alpen, von Hamburg bis München. Und für Berlin selbst natürlich.

               

Petra Hedorfer, Vorstandsvorsitzende der           Klaus Laepple, DZT-Ehrenpräsident
Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT)

„Die ITB ist die größte Tourismusmesse der Welt und damit auch für die Deutsche Zentrale für Tourismus ein Place to be“, sagt Petra Hedorfer, Vorstandsvorsitzende der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT). Seit über 60 Jahren wirbt die DZT im Auftrag der Bundesregierung für das Reiseland Deutschland im Ausland. Auf der ganzen Welt vermarktet sie die touristische Vielfalt Deutschlands. Daher ist die Teilnahme von Repräsentanten der internationalen Reiseindustrie und Journalisten für die DZT besonders wichtig. „Auf der ITB knüpfen und pflegen wir vielfältige Kontakte: mit internationalen Veranstaltern, die Reisen nach Deutschland organisieren, mit den politischen Entscheidungsträgern und Organisationen und mit unseren Partnern im Deutschlandtourismus, die als Aussteller in vielen Hallen auf der ITB präsent sind“, ergänzt DZT-Ehrenpräsident Klaus Laepple.

Als Reiseland ist Deutschland in Europa sehr angesagt, und es profiliert sich weiter als Urlaubsziel. Unter den europaweiten Reisen hierher sind laut IPK/World Travel Monitor in den ersten acht Monaten 2017 die Reisen aus privatem Anlass gestiegen. Dabei schlugen Urlaubsreisen mit plus sechs Prozent und sonstige Privatreisen, zum Beispiel Verwandtenbesuche, mit einem Plus von immerhin neun Prozent zu Buche, während der Geschäftsreisemarkt mit plus einem Prozent nur geringfügig zunahm. Während in den Vorjahren unter den Urlaubsreisen insbesondere längere Aufenthalte stärker zulegten, wuchsen in den ersten acht Monaten 2017 die kürzeren Reisen mit ein bis drei Übernachtungen mit plus sechs Prozent überdurchschnittlich.

Als Zielmarkt der Europäer liegt Deutschland mit 53,6 Millionen Reisen auf dem zweiten Platz, nach Spanien (61,9 Millionen) und deutlich vor Frankreich (37,6 Millionen). Deutschland ist sogar weiterhin das Reiseziel Nummer 1 der Europäer für Kulturreisen. Zwölf Prozent der knapp 150 Millionen Kulturreisen, die Europäer 2016 unternahmen, führten nach Deutschland, jeweils zehn Prozent Marktanteil erreichten Frankreich und Spanien. Den ersten Platz belegen wir außerdem als Städtereiseziel der Europäer, als Reiseziel von jungen Europäern sowie in Europa als Ziel internationaler Luxusreisen.


Auch im Geschäftsreisesegment ist Deutschland weiterhin stark: 2016 führten von 63,3 Millionen Geschäftsreisen der Europäer 12,7 Millionen nach Deutschland, Frankreich und Großbritannien folgten mit weitem Abstand. Mehr als die Hälfte dieses Marktes bestimmen promotable Geschäftsreisen. Ein wichtiger Aspekt dabei ist auch der äußerst attraktive Messestandort Deutschland. DZT-Ehrenpräsident Laepple: „Wir stehen auf Platz 1 als internationaler Messestandort weltweit sowie als Tagungs- und Kongressziel in Europa.“

Und die Aussichten sind weiterhin gut. Der deutsche Incoming-Tourismus kann nach sieben Rekordjahren in Folge auch 2017 wiederum ein weiteres Plus erzielen. „Damit steuern wir auf das achte Rekordergebnis in Folge zu. Wir können also auf langfristige kontinuierliche Erfolge aufbauen“, freut sich Petra Hedorfer. Solche Erfolge sind allerdings keine Selbstläufer, sondern Ergebnis harter und kontinuierlicher Arbeit. So muss beispielsweise dauerhaft in die touristische Infrastruktur investiert werden. Das gilt gerade auch für die regionalen Ziele, die jenseits der großen Touristenattraktionen liegen.

Da haben die Deutschen inzwischen sehr erfolgreich gearbeitet und viel erreicht, meint Klaus Laepple: „Deutschland ist ein attraktives Reiseland. Wir genießen international ein ausgezeichnetes Image.“ Das belege der aktuelle Anholt GFK Nation Brands Index, bei dem Deutschland auf Platz 1 landete – vor Frankreich und Großbritannien, während der bisherige Spitzenreiter USA abstürzte. „Unsere touristische Infrastruktur ist hervorragend und das Preis-Leistungs-Verhältnis im internationalen Vergleich sehr gut.“ Das belege auch eine andere Studie, der Travel & Tourism Competitiveness Report des World Economic Forum. Hier erreicht Deutschland Platz 3 von 136 Staaten, die für die Studie verglichen wurden.

Ein entscheidender Punkt liegt allerdings auch außerhalb des Bereichs, auf den die deutschen Tourismuswerber Einfluss haben: die internationale Wirtschaftslage. Wenn die Wirtschaft in den Ländern floriert, aus denen viele Touristen nach Deutschland kommen oder gern kommen würden, nutzt das der Tourismusbranche ungemein. Die aktuelle Lage und die Aussichten sind gut: „In den traditionell volumenstarken Quellmärkten für das Deutschland-Incoming in Europa ist die Wirtschaft stabil“, freut sich Hedorfer. Wichtige Potenzialmärkte in Asien, Südamerika und Osteuropa waren 2017 wirtschaftlich „back on track“, entsprechend seien Reise- und Konsumlust ungebrochen. Alle Staaten der BRIC-Zone – Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika – erzielten nach den bisher vorliegenden Zahlen zweistellige Zuwachsraten bei den Übernachtungen in Deutschland.

Im Aufwind ist nach wie vor auch der Urlaub in bestimmte Regionen. Urlauber – gerade auch solche aus dem Ausland – suchen hier das typische regionale Flair. Hedorfer: „Authentizität ist weiterhin ein wichtiger Trend.“ Dieser Trend soll in den kommenden Jahren noch verstärkt gefördert werden. „Wir tragen dem mit unserem Themenmarketing besonders Rechnung, beispielsweise, wenn wir 2018 das kulinarische Deutschland in den Mittelpunkt unserer Marketingkampagne stellen“, betont DZT-Ehrenpräsident Laepple. In die Themenkampagnen werden grundsätzlich alle Bundesländer einbezogen, sodass auch die Regionen diese Plattform nutzen können. Vor allem die touristische Infrastruktur kann zum Teil noch verbessert werden. Die Entwicklung geeigneter Angebote sei aber auf einem guten Weg, findet Klaus Laepple. Das zeigten die jüngsten Initiativen wie beispielsweise im Rahmen des Bundeswettbewerbs Nachhaltiger Tourismusdestinationen oder das Projekt des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie „Die Destination als Bühne – Kulturtourismus im ländlichen Raum“. Diese Projekte sollen dazu beitragen, die Infrastruktur dem tatsächlichen Bedarf entsprechend immer weiter zu entwickeln. „An all diesen Initiativen ist die DZT aktiv beteiligt“, so Laepple.

Ein wichtiger Trend im Zusammenhang mit dem Regionaltourismus ist der nachhaltige, also umweltfreundliche Tourismus. Das Interesse an nachhaltigem Tourismus wächst nicht nur in Deutschland, sondern international. Deutschland ist in dieser Hinsicht bereits gut aufgestellt. Schon vor einigen Jahren hat die DZT ein Innovationsmanagement eingerichtet, das diese Thematik systematisch bearbeitet. Sie geht dabei mit einer Strategie vor, die auf drei Säulen aufgebaut ist. Diese umfasst zum einen die Entwicklung und gezielte Vermarktung nachhaltiger Angebote gemeinsam mit den Partnern im Deutschlandtourismus. Zum anderen sorgt die DZT mit einer Kommunikationsoffensive für die Positionierung Deutschlands als nachhaltigem Reiseziel im internationalen Wettbewerb. „Die dritte Säule bilden unsere internen Aktivitäten. Als Unternehmen wurden wir jetzt zum vierten Mal Green-Globe-zertifiziert, wir sind als Ökoprofit-Unternehmen anerkannt und haben mit internen Maßnahmen im vorigen Jahr unseren CO2-Abdruck um 200 Tonnen reduziert“, sagt Petra Hedorfer.


Aktivurlaub ist ein weiterer Aspekt, der zu einem umweltverträglichen Tourismus beiträgt. Das Angebot an Rad- und Wanderurlauben ist in Deutschland schon sehr groß – ein Trend, den die DZT ganz gezielt fördert und intensiv und mit Werbemaßnahmen begleitet. Nicht zuletzt gehört zum Trendthema Nachhaltigkeit auch der barrierefreie Tourismus. Schon heute sind für zehn Prozent der Reisenden barrierefreie Angebote unentbehrlich, für 40 Prozent hilfreich und für alle bedeuten sie Komfortgewinn. Barrierefreiheit ist angesichts des demografischen Wandels ein Trend mit großer Zukunft und wird als Komfortmerkmal in den kommenden Jahren immer mehr zu einem Qualitätskriterium. Die DZT richtet auf der ITB im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie und in Zusammenarbeit mit „Tourismus für Alle“ (Natko) zum siebten Mal den Tag des barrierefreien Tourismus aus. „Diese Veranstaltung hat sich zu einer wichtigen Plattform für den Erfahrungsaustausch in diesem Segment entwickelt“, so Hedorfer.

Ein ganz großer Trend bleibt schließlich aber auch der Städtetourismus. Das gilt gleichermaßen für Deutschland. Allein für die ersten acht Monate 2017 stellte der World Travel Monitor von IPK International ein Plus von 18 Prozent fest. Deutscher Spitzenreiter bei den Übernachtungszahlen ist weiterhin Berlin mit mehr als zehn Millionen internationalen Übernachtungen. Die Übernachtungszahlen ausländischer Besucher in den zehn aufkommensstärksten deutschen Metropolen lagen in den ersten acht Monaten 2017 durchgehend im Plus.

Solche Entwicklungen freuen die Tourismusbranche und alle, die davon profitieren. Doch der Massenansturm hat auch seine Schattenseiten. Es gibt Urlaubsregionen wie Mallorca, Barcelona oder in Deutschland beispielsweise Berlin, in denen es immer häufiger zu Protesten oder Unmut der Einheimischen über die ständig wachsende Zahl von Touristen kommt. Das Problem hat man auch bei der DZT erkannt. „Zunächst einmal ist ein prosperierender Tourismus gut für die Wirtschaft in den bereisten Ländern – Tourismus ist die Leitökonomie des 21. Jahrhunderts. Und Tourismus bietet Chancen für die Völkerverständigung“, sagt Klaus Laepple, ein Tourismusexperte mit jahrzehntelanger Erfahrung. Aber „Overtourism“ kann eben tatsächlich zu Problemen führen. Er ist die Kehrseite des weltweiten Wachstums der Reiseströme, wenn beispielsweise die bestehende Infrastruktur vor Ort nicht mehr ausreicht. Saisonal bedingt kann es in Deutschland in den Sommermonaten zu einer höheren Bettenauslastung kommen. Betroffen sind davon vor allem Berlin und Hamburg mit einer Auslastung der Bettenkapazität von 60,2 Prozent und 59,7 Prozent. „In der Fläche können wir angesichts einer durchschnittlichen Auslastung der Bettenkapazitäten von 37,9 Prozent aber nicht von Overtourism in Deutschland sprechen“, sagt Petra Hedorfer.

Hedorfer und Laepple machen nicht nur aus Überzeugung Marketing für das Reiseland Deutschland – sie verbringen auch selbst gern hierzulande ihre Urlaube. Hedorfer: „Wir empfehlen Urlaub in Deutschland nicht nur aus professioneller Sicht, sondern reisen selbst auch besonders gern im eigenen Land. Dabei stehen Kultur und Kunst ganz oben auf der Prioritätenliste.“ Klaus Laepple ergänzt: "Ich kann aber auch sehr gut genießen. Ein tolles Essen als krönender Abschluss zum Beispiel einer Rad- oder Wandertour – das ist ein perfekter Urlaubstag.“

Fakten

Deutschland liegt als Zielmarkt der Europäer mit 53,6 Millionen Übernachtungen hinter Spanien mit 61,9 Millionen und vor Frankreich mit 37,6 Millionen auf Platz 2 in Europa. Bei Städtereisen belegte es 2016 europaweit Platz 1, ebenso bei den Kulturreisen und in der Kategorie internationaler Luxusreisen.

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Journalist

Armin Fuhrer

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