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Kurt Heinen, ADAC-Vizepräsident für Tourismus REISEN

Der Tourismus boomt – besonders in Deutschland

Der Tourismussektor wird immer wichtiger. Weltweit ist die Branche für 8 Prozent des Bruttosozialprodukts verantwortlich und sichert jeden 11. Arbeitsplatz. Trotz krisenbedingter Rückschläge rechnet die Welttourismusorganisation UNWTO bis 2030 mit einem kontinuierlichen Wachstum. Damit ist der Tourismus ein Schlüsselfaktor für die wirtschaftliche Entwicklung vieler Länder und Regionen – mit damit verbundenen Auswirkungen auf Arbeitsplätze, Wohlstand und Infrastruktur. Und nicht zu vergessen: Auch Werte wie Gastfreundschaft und Offenheit für fremde Kulturen hängen vom Tourismus ab – ein Faktor, der in heutiger Zeit immer wichtiger wird.

Auch in Deutschland hat sich Tourismus in den letzten Jahren prächtig entwickelt: Rekordzahlen bei den Übernachtungen, ob in der Hotellerie oder auf Campingplätzen. Dass Deutschland boomt, zeigt besonders der neue Rekordwert von 436,4 Millionen Übernachtungen in den deutschen Beherbergungsbetrieben im vergangenen Jahr. Laut Statistischem Bundesamt ist das ein Plus von drei Prozent gegenüber 2014. Zudem entdecken immer mehr ausländische Gäste Deutschland als Urlaubsland: 79,7 Millionen Übernachtungen wurden 2015 von Gästen aus dem Ausland gebucht, ein Plus von fünf Prozent gegenüber 2014. Wer für 2016 einen Urlaub in Deutschland plant, sollte diesen aus Sicht des ADAC deswegen frühzeitig buchen. Gerade in gefragten Regionen wie beispielsweise Oberbayern, Allgäu, Schleswig-Holstein, Schwarzwald sowie an der Ost-und Nordsee wird es besonders in den Schulferien zu zahlreichen Engpässen kommen. Wie beliebt Deutschland im letzten Jahr als Reiseziel ist, zeigt auch eine ADAC-Statistik, bei der wir 1,53 Millionen Routenanfragen unserer Mitglieder, die sich in den ADAC-Geschäftsstellen beraten ließen, ausgewertet haben. Danach ist das eigene Land für deutsche Pkw-Reisende zum elften Mal in Folge mit Abstand das beliebteste Urlaubsland.

Generell kann man zusammenfassen, dass Urlaub, Reisen und Erholung sich zu einem Grundbedürfnis der Deutschen entwickelt haben, auch wenn das Reisen in diesem Jahr ganz offenbar wieder schwieriger wird. Der Gedanke an lange Wartezeiten vor den Grenzen in Kombination mit der Flüchtlingsproblematik wird sich auch auf die Urlaubsentscheidung auswirken. Die Buchungen für die Saison 2016 zeigen, dass viele Bundesbürger diese Entscheidung immer weiter aufschieben. Aber nur ganz wenige verzichten gänzlich auf Urlaub: Es wird nicht am Urlaub gespart, allenfalls im Urlaub.

Aus Sicht des ADAC wird 2016 besonders für den Individualtourismus und die Autoreisenden wieder ein gutes Reisejahr werden. Daran wird auch die weltpolitische Lage kaum etwas ändern. Gerade in diesem Krisenjahr gehen wir davon aus, dass der Individualtourismus mit dem eigenen Auto in Europa zunehmen wird und besonders Deutschland als Reiseziel noch stärker von der politischen Entwicklung profitieren wird. Gerade deshalb will der ADAC als Mobilitätsexperte mit kompetenter Beratung und bedarfsgerechten touristischen Leistungen weiter dazu beitragen, dass aus den Ferien die schönsten Tage des Jahres werden.

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Journalist

Kurt Heinen

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