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Was sich Bio nennen darf, ist gesetzlich festgelegt. ESSEN&TRINKEN

Besser Bio essen?

Welche Bio-Standards wie gekennzeichnet sind und bei welchen Lebensmitteln Bio empfehlenswert ist.

Weniger Schadstoffe, mehr Nährstoffe und Geschmack – dafür steht Bio. Was sich Bio nennen darf, ist gesetzlich festgelegt: Seit 1991 regelt die EU, wie Bio-Produkte erzeugt, verarbeitet und gekennzeichnet werden. Die Regelungen der EU-Öko-Verordnung werden seither stetig überarbeitet. Anfang Mai diesen Jahres begannen erneute Verhandlungen über eine Revision bezüglich Pestizid-Grenzwerte und Anbauweisen.

Gleich zwei Biosiegel garantieren Bio nach der EU-Ökoverordnung, die den Mindeststandard definiert. Das Biosiegel in Form eines grünen Blattes ist seit 2010 EU-weit verpflichtend. Das deutsche sechseckige Biosiegel entspricht denselben Anforderungen: So müssen die Zutaten eines Produkts zu mindestens 95 Prozent Bio sein und von insgesamt 316 Zusatzstoffen sind nur 49 erlaubt. Zusätzlich gibt es noch neun weitere Siegel verschiedener Anbauverbände. Diese betreiben Ökolandbau meist nach strengeren Kriterien als die EU.

Mittlerweile gibt es auch viele Bio-Handelsmarken von Supermarktketten, Biosupermärkten und Drogerien. Ihre Produkte entsprechen den Standards der EU-Ökoverordnung. So gründeten diverse Lebensmitteleinzelhändler Anfang dieses Jahres den Arbeitskreis Ökologisch engagierter Lebensmittelhändler und Drogisten (ÖLD), welcher auch Mitglied beim BÖLW, dem Spitzenverband deutscher Erzeuger, Verarbeiter und Händler von Bio-Lebensmitteln, ist.

Bio-Produkte, so beweisen wissenschaftliche Studien, enthalten eindeutig weniger Pestizidrückstände als Produkte aus konventionellem Anbau oder Herstellung. Oft liefern sie auch weitaus größere Mengen an Nähr- und Vitalstoffen. Bei manchen Obst- und Gemüsesorten lohnt Bio-Qualität besonders, da diese mehr Pestizide absorbieren als andere. Auch langfristig und für den Erhalt unserer Produktvielfalt machen Investitionen in Bio Sinn: So will das Netzwerk Blühende Landschaft in Zusammenarbeit mit Landwirten, Naturschützern, Beratern, Verbrauchern, Gärtnern, Imkern, Wissenschaftlern und Landschaftsplanern neue, insektenfreundliche Bewirtschaftungskonzepte entwickeln und die Vielfalt von Pflanzen und Tieren bewahren. Dem Schutz der Bienen im Besonderen hat sich auch der Verein Mellifera e.V. auf seine Fahnen geschrieben.

Auch bei Milch, Fleisch, Kaffee und Getreideprodukten ist Bio vorzuziehen. So haben Tests des Verbrauchermagazins Öko-Test nicht nur in Mehl und Müsli sondern auch in Brot und Keksen das umstrittene Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat nachgewiesen. Was beweist, dass das mit über 1 Mio. Tonnen weltweit meistverkaufte Spritzmittel auch den Backprozess übersteht. Glyphosat ist ein Breitbandherbizid, welches im Verdacht steht, Krebs auszulösen. Die EU-Kommission plant, Glyphosat für weitere zehn Jahre zuzulassen. Vielleicht wäre es besser, den nächsten Kuchen mal mit Bio-Mehl zu backen – wo es heute sogar Backmischungen aus biologischer Fertigung gibt.

Fakten

Bio-Linkliste:

Verbraucher-Verein:
www.foodwatch.org
www.greenpeace.de/themen/landwirtschaft
www.verbraucherzentrale.de/lebensmittel-ernaehrung

Das Nachrichtenportal der Naturkostbranche: www.bio-markt.info

Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft: www.boelw.de

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Journalist

Kirsten Schwieger

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