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Für Kira Walkenhorst und Laura Ludwig bedeutet Sommerzeit in erster Linie Trainingszeit. AKTIVITÄTEN

Beach-Volleyball und olympisches Gold

Kira Walkenhorst und Laura Ludwig trainieren auch nach ihrem riesigen Erfolg sehr viel – am liebsten draußen.

Eigentlich braucht man zum Glück nicht viel: Strand, Sonne, einen Ball – und ein Netz, zur Not geht auch ein gespanntes Seil. Schon fängt der Ball an zu fliegen, wird gepritscht, gebaggert und weich angenommen. Nach und nach erheben sich andere sonnenhungrige Strandbesucher von ihren Decken und Badetüchern und kommen dazu. Beach-Volleyball kann man mit großem Spaßfaktor auch mal mit 16 Leuten spielen, wenn die gerade alle voller Motivation und guter Laune dazu stoßen! Geht es allerdings um Turniere, gelten andere Regeln. Jetzt heißt es: zwei gegen zwei. Höchste Konzentration, Schnelligkeit, perfektes Zusammenspiel, springen, schlagen – und siegen! 

Wenn am brasilianischen Strand Deutschlands beste Beach-Volleyballerinnen im Finale der Olympischen Spiele stehen, dann schlägt das Herz bis zum Hals vor Aufregung und Vorfreude. Laura Ludwig und Kira Walkenhorst hatten sich wahnsinnig auf diese Chance gefreut und hart dafür trainiert. An der Copacabana war es schließlich soweit: Laura und Kira, die sich vorher noch gar nicht so lange kannten, wollten sich aufeinander einlassen, wollten ein erstklassiges Zusammenspiel entwickeln, wollten dem anderen vertrauen und vor allem wollten sie siegen. Und das taten sie, in einem historischen Spiel gegen die Brasilianerinnen Bárbara Seixas und Ágatha Bednarczuk. Die beiden Profisportlerinnen lagen sich danach jubelnd in den Armen und ganz Deutschland jubelte mit.

Motiviert man sich leichter, wenn man durch seine Sportart die Chance hat, an den schönsten Stränden der Welt zu landen? „Wir bereisen die Welt und spielen draußen am Meer oder direkt in der Stadt oder auch mal in den Bergen“, schwärmt Laura Ludwig. „Die Atmosphäre ist genial. Das Spiel ist komplexer als in der Halle, man ist auf sich gestellt und kann sich sein Team zusammenstellen.“ Die 31jährige schwärmt besonders von Mount Maunganui in Neuseeland: „Hier sind die besten Vibes!“ 

Um im warmen Sand schnell und kraftvoll spielen zu können, müssen die Sportlerinnen ein anstrengendes Trainingsprogramm absolvieren: neben sehr viel Krafttraining für die Beine und längeren Rallyes stehen Ausdauertraining und Laufen auf dem Programm. „Am Anfang braucht man eine Weile, bis man sich an die starke Belastung, zum Teil auch in der Hitze, gewöhnt hat“, gesteht Kira Walkenhorst. „Bei manchen Turnieren muss man sich mit kleinen taktischen Tricks Pausen verschaffen. Aber letztendlich müssen wir alle damit umgehen.“

Wäre Brasilien auch ohne Olympische Wettkämpfe ein Sehnsuchtsort? „Ich liebe Brasilien und meine Mama auch…sie war nur noch nie da“, erzählt Laura. „Ich glaube, irgendwann werden wir da noch mal zusammen hinfliegen.“ Auch Kira strahlt, wenn sie auf Brasilien zu sprechen kommt. „Im Mai haben wir dort unser nächstes Turnier – wie sich das wohl anfühlt? Die Copacabana verbinden wir mit der perfekten Mischung aus Sport und Lifestyle.“

Für die beiden Olympiasiegerinnen bedeutet Sommerzeit in erster Linie Trainingszeit. Auf der Liste stehen die WM in Wien, das World Tour Final in Hamburg und die Deutschen Meisterschaften am Timmendorfer Strand. Denn auch in Deutschland gibt es Sehnsuchts-Strände, an denen man sich gerne von seinem Strandlaken erhebt, wenn plötzlich ein Volleyball übers Netz fliegt. Und einfach nur riesig Spaß am Mitspielen hat.

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Journalist

Katja Deutsch

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