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Biikebrennen in St. Peter-Ording REISEN

Ab zum Wintersport nach Sylt

Auch im Herbst und Winter – Sylt bleibt das Traumziel der Deutschen, vor allem auch für die sportlich Aktiven. Ohnehin entdecken die Deutschen wieder ihre Liebe zum Urlaub an Nord- und Ostsee.

„Also dann, wir sehen uns auf Sylt“, beendet der Freund in Köln unseren Telefon-Tratsch. „Beim Biikebrennen in Hörnum, wie jedes Jahr“, sage ich noch. Von all den Festen, den großzügigen Events und den tollen Sportveranstaltungen, mit denen Deutschlands beliebteste Insel ihre Verehrer verwöhnt, ist mir das Biikebrennen am 21. Februar das liebste. Es soll heidnischen Ursprungs sein. Nationalfeiertag der Friesen wird der uralte Brauch noch heute genannt, der an der Nordseeküste die Feuer lodern lässt. Damit wird, so die Sage, der ungastliche Winter vertrieben.

Auf Sylt, und auch an vielen anderen Urlaubsorten an Nord- und Ostsee, will das aber kaum noch einer. „Herbst und Winter, das ist für uns zwar noch immer die Nebensaison“, sagt Jutta Vielberg, die Leiterin für Presse und Öffentlichkeitsarbeit auf der Insel, „aber auch diese stürmischeren Wochen und Monate werden bei unseren Gästen immer beliebter. Die Besucherzahlen wachsen beständig.“ Und die speziellen Angebote für sie auch. Da ist im November das lange Literaturwochenende mit Lesungen und Diskussionsabenden in zahlreichen Hotels. Und im Januar das Gourmet-Festival mit zahlreichen Spitzenköchen und Gastwinzern.

Dass Hotels und Ferienwohnungen, Restaurants, Bäder und Wellness-Tempel inzwischen das ganze Jahr über ihre Gäste willkommen heißen, dafür gibt es ein Zauberwort: „Aktivurlaub“ heißt die Fitness-Botschaft. Nun ja, dass sich auf Sylt selbst im Dezember und Januar Unverfrorene splitternackt in die Brandung stürzen, daran ist man gewöhnt. Dass Joggen und Walken und Radfahren selbst bei einer kalten Brise angenehmer als bei 30 Grad im Schatten sein kann, dafür muss man nicht werben. Und manchmal schreien die Hardcore-Surfer vor Glück, wenn sie dem eisigen Sturm und der wilden Nordsee trotzen. Und weil ihre Zahlen immer größer werden, kann man ja schon rufen: „Auf zum Wintersport nach Sylt“. Jutta Vielberg, die Pressedame, muss lachen. „Na ja, auf zum Sport auch im Winter nach Sylt wäre schon korrekter“.

Übrigens: Wie viele Urlauber, die in Niebüll den Sylt-Shuttle nutzen, jubele ich innerlich, wenn mein Auto nach oben auf den Doppelstockwagen eingewiesen wird. Erhaben, geradezu aristokratisch ist dieser Einzug auf die Insel. Ich denke dann an meinen verstorbenen Nachbarn, der als junger Ingenieur beim Bau des Hindenburgdamms dabei war. Er hat mir von den Millionen Tonnen Sand und Steinen erzählt, die ein Heer von Arbeitern aufschütten musste – damit wir heute im Sylt-Shuttle schon den ersten Schluck Sekt genießen können.Es sind ja oft diese ganz privaten Dinge, die Erinnerungen an Urlaube wecken. 

Auch St. Peter-Ording hat sich in den letzten Jahren hübsch gemacht und ist auch aufgrund des Weltkulturerbes Wattenmeer immer eine Reise wert. Norderney wirbt mit seinem spektakulären Badekomplex als größtes Thalasso-Haus Europas. Die Nordsee mit ihrer rauen Herzlichkeit ist die Urlaubsliebe der Deutschen. Mit mehr als 40 Millionen Übernachtung floriert der Fremdenverkehr. Und die Ostsee, sozusagen der Softie der beiden Meere, meldet ebenfalls neue Besucherrekorde. Kiel, Lübeck und Timmendorf, von Wismar über Rostock und den Darß bis Stralsund, Rügen und Usedom – allein in den letzten fünf Jahren sind die Touristenzahlen an der Ostsee von 8 auf fast 10 Millionen hochgeschnellt. Und Mecklenburg-Vorpommern hat als attraktivstes deutsches Urlaubsziel alle anderen abgehängt. 

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Journalist

Norbert Scheid

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